Heute: September 8, 2026

Fünf Betonmischer brennen in Rosbach – Polizei prüft extremistisches Bekennerschreiben

In Rosbach vor der Höhe sind fünf Betonmischer auf dem Gelände einer Betonfirma vollständig ausgebrannt. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei sieben Fahrzeuge beschädigt. Der entstandene Schaden wird auf 600.000 bis 800.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand.

Zeugen alarmierten die Polizei gegen 1.10 Uhr in der Nacht zu Mittwoch. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte auf dem Gelände von Heidelberg Materials Beton standen bereits fünf Lastwagen in Flammen.

Betroffen waren sechs Betonmischer und ein Radlader. Fünf der Betonmischer brannten vollständig aus. Ein weiterer Betonmischer sowie der Radlader wurden beschädigt. Brandursachenermittler der Kriminalpolizei untersuchen den Tatort.

Nach einer vorläufigen Auswertung von Videoaufnahmen sollen sich zwei bislang unbekannte Verdächtige Zugang zu dem Firmengelände verschafft haben. Laut Polizei platzierten sie einen selbstgebauten Brandsatz zwischen den abgestellten Lastwagen. Dieser soll nach einer zeitlichen Verzögerung in Brand geraten sein.

Die Ermittler prüfen zudem ein mutmaßliches Bekennerschreiben, das auf der Internetplattform de.indymedia.org veröffentlicht wurde. Darin bezeichnet sich eine linksextremistische Gruppierung als kommunistisch. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass die Ermittler das Schreiben kennen und in ihre Untersuchungen einbeziehen.

Ob das Bekennerschreiben tatsächlich von den Tätern stammt, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Ein möglicher Zusammenhang mit Israel-Feindlichkeit werde aus dem Schreiben abgeleitet, sei aber nicht abschließend bestätigt.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) verurteilte den Brandanschlag. Er bezeichnete ihn als schweren Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen und auf den inneren Frieden. Sollte sich ein extremistischer Hintergrund bestätigen, füge sich die Tat nach seinen Worten in eine besorgniserregende Entwicklung ein.

Poseck zufolge stieg die Zahl linksextremer Gewalttaten in Hessen innerhalb eines Jahres von 15 auf 44 Fälle. Der Minister verwies außerdem auf weitere Angriffe auf Unternehmen und kritische Infrastruktur in Deutschland. Hessen habe die Bekämpfung des Linksextremismus bei Polizei und Verfassungsschutz verstärkt und wolle auch gegen Israel-Feindlichkeit und Antisemitismus vorgehen.

Der Brand in Rosbach fällt in eine Reihe weiterer Anschläge der vergangenen Tage. In München wurden drei Brandsätze auf den Stammsitz des Technologie- und Rüstungskonzerns Rohde & Schwarz geworfen. Zwei Verdächtige wurden festgenommen. Nach Angaben der Polizei galt der Angriff offenbar einem anderen Unternehmen in dem Gebäudekomplex.

In Brandenburg versuchten Unbekannte nahe dem Kraftwerk Jänschwalde, die Stromversorgung zu stören. An einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln wurde zudem gezielt ein Kurzschluss verursacht. Die Ermittler sehen zwischen den beiden Angriffen auf die Stromversorgung auffällige Parallelen.

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