Heute: September 8, 2026

Volkswagen plant offenbar das Aus für Seat bis Ende 2029

Volkswagen will die spanische Automarke Seat offenbar spätestens Ende 2029 vom Markt nehmen. Stattdessen soll der Konzern künftig stärker auf die Schwestermarke Cupra setzen. Eine endgültige Entscheidung steht dem Bericht zufolge noch aus: Der Aufsichtsrat soll am Freitag über die Pläne abstimmen.

Über das Vorhaben berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf einen Vorstandsbeschluss. In den Konzernplänen für das Jahr 2030 soll Seat demnach nicht mehr auftauchen. Volkswagen will mit dem Schritt Kosten sparen, Abläufe vereinfachen und die strategische Ausrichtung innerhalb der Markengruppe stärker auf Cupra konzentrieren.

Die jüngsten Verkaufszahlen sprechen bereits für die stärkere Position von Cupra. Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut dem Bericht 170.100 Fahrzeuge der Marke ausgeliefert. Seat kam im selben Zeitraum auf 129.600 Fahrzeuge.

In den internen Unterlagen wird die geplante Ausrichtung damit begründet, dass eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form zusätzliche Ressourcen binden würde. Die Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe solle deshalb auf Cupra konzentriert werden.

Der Autoexperte Frank Schwope von der FHM Berlin zeigte sich von den Plänen nicht überrascht. Gegenüber BILD sagte er, das Gerücht über eine mögliche Einstellung der Marke schwеле bereits seit Monaten. Zugleich kritisierte er das vollständige Aus für Seat. Seiner Einschätzung nach hätte Volkswagen die Marke als günstige Einstiegsmarke weiterführen können.

Volkswagen selbst kommentierte die Berichte nicht. Ein Sprecher erklärte auf BILD-Anfrage, interne Unterlagen würden in den zuständigen Gremien beraten und verabschiedet. Diesem Prozess wolle man nicht vorgreifen.

Die mögliche Neuordnung der Marken ist Teil eines umfassenderen Umbaus bei Volkswagen. Der Aufsichtsrat soll am Freitag außerdem über die Zukunft von vier deutschen Werken beraten. Im Mittelpunkt stehen die Standorte Zwickau, Emden und Hannover sowie der Audi-Standort Neckarsulm.

Zudem geht es um einen möglichen weiteren Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen weltweit. Volkswagen-Chef Oliver Blume will den Konzern mit einem Sparprogramm wettbewerbsfähiger machen. Als Belastungen nennt der Bericht den zunehmenden Druck chinesischer Hersteller, Probleme auf dem chinesischen Markt und US-Zölle.

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