Heute: September 8, 2026

Hamburg reserviert neues Hotel in Harburg für 340 Geflüchtete aus der Ukraine

Die Stadt Hamburg hat das neu eröffnete Hotel „The Niu Quay“ im Stadtteil Harburg für die Unterbringung von 340 Geflüchteten aus der Ukraine angemietet. Seit dem 1. September können in dem Haus keine regulären Übernachtungen mehr gebucht werden.

Das Hotel soll zunächst bis zum 31. Dezember ausschließlich für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt werden. Die Belegung soll anschließend bis Juni 2027 schrittweise zurückgefahren werden. Ein großer Teil der Bewohner könnte daher noch bis zum Sommer kommenden Jahres in dem Gebäude bleiben.

Das „The Niu Quay“ verfügt über 146 Zimmer und 20 Apartments. Das Haus wurde erst im Mai eröffnet und galt als wichtiger Bestandteil der touristischen Entwicklung des Harburger Binnenhafens. Nach Angaben aus dem Bericht wurden rund um den Standort etwa 60 Millionen Euro investiert.

Die Entscheidung sorgt in Hamburg für Kritik. Investor Ingo Mönke, der das Grundstück einst für den Hotelbau verkauft hatte, bemängelt, dass das ursprünglich geplante Zusammenspiel von Hotel und Gastronomie nun nicht umgesetzt werde. Auch Politiker äußerten Zweifel an der Anmietung.

Als problematisch gelten insbesondere die möglichen Kosten. Die Sozialbehörde bezifferte den durchschnittlichen Preis für Hotelunterbringungen im Bereich Migration im Jahr 2025 auf 82 Euro pro Person und Tag einschließlich Verpflegung. Ein Standardzimmer mit Doppelbett im „The Niu Quay“ kostet derzeit 124 Euro. Wie viel die Stadt konkret für die Unterbringung im neuen Hotel bezahlt, teilte sie nicht mit.

Die Sozialbehörde begründet die Anmietung mit fehlenden Kapazitäten. Die öffentlich-rechtliche Unterbringung sei derzeit zu 103 Prozent ausgelastet. Zugleich sollen bis 2027 mehrere größere Standorte mit insgesamt mehr als 1600 Plätzen geschlossen werden. Hamburg benötige deshalb kurzfristig Ersatz.

Nach einer im Bericht genannten Umfrage lebten 2025 bundesweit mindestens 11.000 Geflüchtete in Hotels oder Pensionen. In Hamburg waren es Ende Juni 2025 insgesamt 5303 Menschen an 55 Standorten. Die Kosten dafür beliefen sich im vergangenen Jahr auf 164 Millionen Euro. Zu den genutzten Häusern gehörte auch das Vier-Sterne-Hotel „International Hamburg“, in dem knapp 500 Geflüchtete untergebracht waren, die meisten von ihnen aus der Ukraine.

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