Die geplante Neuordnung der Pflegegrade könnte einer Analyse zufolge ab 2030 jährlich nur rund zwei Milliarden Euro einsparen. Damit läge die Summe bei etwa der Hälfte der von der Bundesregierung erwarteten vier Milliarden Euro.
Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). Das Institut teilte seine Einschätzung am 2. September 2026 in Berlin mit. Grundlage der Untersuchung waren Daten von 1,1 Millionen AOK-Versicherten, die im Jahr 2024 vom Medizinischen Dienst begutachtet worden waren.
Nach den bisherigen Sparplänen im Pflegeneuordnungsgesetz sollen die Voraussetzungen für eine Einstufung in die Pflegegrade 1, 2 und 3 angehoben werden. Bereits bestehende Einstufungen sollen von den Änderungen unberührt bleiben.
Das WIdO bewertet eine alleinige Anhebung der Schwellenwerte jedoch kritisch. Stattdessen empfiehlt das Institut zusätzlich eine Reform des Begutachtungssystems. Weitere Einzelheiten zu den vorgeschlagenen Änderungen enthält die vorliegende Analyse nicht.