Im Prozess gegen Lindsay Clancy wegen der Tötung ihrer drei Kinder hat sich die Jury auch nach rund 27 Stunden nicht auf ein einstimmiges Urteil verständigt. Der Richter wies die Geschworenen an, ihre Beratungen fortzusetzen. Sollte es bei der Uneinigkeit bleiben, könnte das Verfahren ohne Urteil abgebrochen werden.
Die Geschworenen hatten bereits am Dienstag mitgeteilt, dass sie nach vielen Stunden zu keiner gemeinsamen Entscheidung gekommen seien. Nun gab Richter William Sullivan ihnen eine besondere Anweisung für festgefahrene Beratungen. Sie sollen ihre Positionen erneut prüfen und weiter versuchen, zu einem einstimmigen Ergebnis zu gelangen. Nach Angaben von US-Medien soll die Jury am Donnerstag einen weiteren Tag beraten.
In dem Verfahren geht es um den Tod von Clancys fünfjähriger Tochter Cora, ihrem dreijährigen Sohn Dawson und ihrem acht Monate alten Sohn Callan. Die 36-Jährige hat eingeräumt, die drei Kinder im Januar 2023 im gemeinsamen Haus der Familie getötet zu haben. Im Mittelpunkt des Prozesses steht jedoch die Frage, ob sie dafür strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann.
Die Verteidigung führt an, Clancy habe zum Tatzeitpunkt unter einer schweren postpartalen Psychose gelitten. Eine solche psychische Erkrankung kann nach einer Geburt auftreten und unter anderem mit Wahnvorstellungen oder einem Verlust des Realitätsbezugs einhergehen. Die Staatsanwaltschaft vertritt dagegen die Auffassung, Clancy habe die Taten geplant und gewusst, was sie tat.
Der Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe. Ein Abbruch des Prozesses ohne Urteil rückt näher, falls die Jury auch nach den weiteren Beratungen keine einstimmige Entscheidung erreicht.
Der Prozess wird in den USA im Fernsehen übertragen und hat die Diskussion über die psychische Gesundheit von Frauen nach der Geburt verstärkt. Richter Sullivan warnte am Mittwoch davor, Zeugen oder Geschworene zu beeinflussen. Einen Tag zuvor war eine Frau festgenommen worden, weil sie versucht haben soll, Geschworene zu filmen.
Quelle: US-Medienberichte sowie dpa/Reuters.