Im Wahlkampfduell in Sachsen-Anhalt hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund eine Neuausrichtung des Landesamts für Verfassungsschutz angekündigt. Die Behörde solle sich nach seiner Vorstellung wieder stärker auf Straftäter, Terroristen und Gewalttäter konzentrieren und nicht auf die politische Opposition.
Siegmund erklärte, er wolle die Behörde auf ihre „eigentliche Grundaufgabe zurückführen“. Als Beispiel nannte er den Schutz vor Gewalttaten, bevor diese geschehen. Die AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Die Partei weist diese Bewertung zurück.
Im Duell mit CDU-Ministerpräsident Sven Schulze wurden außerdem die Themen Migration, Wirtschaft, Bildung und Haushalt diskutiert. Siegmund forderte unter anderem mehr Abschiebungen und wollte die Spritpreise durch niedrigere Steuerabgaben senken. Schulze verwies darauf, dass viele dieser Fragen in den Zuständigkeitsbereich des Bundes fielen.
Bei der Migration sprach Siegmund auch über ausländische Ärzte und Pflegekräfte. Er stellte infrage, wie ein Arzt Patienten behandeln könne, wenn er kein Deutsch spreche. Schulze setzt dagegen auf Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
In der Wirtschaftsdebatte verlangte der AfD-Kandidat einen Abbau von Verwaltung und wollte im Ausland lebende Deutsche zur Rückkehr nach Sachsen-Anhalt bewegen. Schulze verwies auf die gesunkene Arbeitslosenquote und warb ebenfalls um Arbeitskräfte aus dem Ausland.
Beim Thema Bildung und Haushalt kritisierte Schulze die Versprechen der AfD als „unseriös“ und „unrealistisch“. Dazu zählte er kostenlose Kitaplätze und Schulessen, ohne dass aus seiner Sicht die Finanzierung geklärt sei. Angesichts der Verschuldung des Landes dürfe man im Wahlkampf keine „Luftschlösser bauen“, sagte Schulze. Siegmund stimmte diesem Grundsatz zu, forderte aber zugleich einen langfristigen Plan für Sachsen-Anhalt.
Für eine mögliche Regierungsbildung schloss Schulze eine Koalition mit AfD und Linken aus. Für Bündnisse mit allen anderen Parteien zeigte er sich nach eigenen Angaben offen. Siegmund strebt eine Mehrheit von mehr als zwei Sitzen für seine Partei an, um nach eigener Aussage „Geschichte zu schreiben“.