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September 2, 2026
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DIW erwartet deutlich stärkeres Wachstum der deutschen Wirtschaft

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) rechnet mit einer besseren Entwicklung der deutschen Wirtschaft als bislang erwartet. Für 2026 hebt das Institut seine Wachstumsprognose auf 1,2 Prozent an. Im Juni hatte das DIW noch mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Auch für die Folgejahre korrigierten die Berliner Ökonomen ihre Einschätzung nach oben. Für 2027 erwarten sie ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent. 2028 soll die Wirtschaftsleistung um weitere 0,7 Prozent zulegen. Im Juni hatte das DIW für 2027 noch ein Plus von 0,8 Prozent prognostiziert.

Grund für die aktuelle Aufwärtsrevision waren nach Angaben des DIW vor allem der im Frühsommer unerwartet kräftige Außenhandel und ein geringerer Energiepreisschock infolge des Irankriegs als zunächst befürchtet. Die deutsche Wirtschaft habe sich in der ersten Jahreshälfte stärker entwickelt als angenommen.

„Die deutsche Wirtschaft erholt sich in diesem Jahr etwas besser als gedacht, steht aber noch immer auf etwas wackligen Beinen“, erklärte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Für das laufende Sommerquartal rechnet das Institut allerdings lediglich mit einer Stagnation.

Als Belastungen nennt das DIW unter anderem die Folgen des Niedrigwassers, etwa am Rhein, für die Industrie. Zudem bremsen den Angaben zufolge hohe Gaspreise, strukturelle Probleme der Industrie und eine schwache private Binnennachfrage die Konjunktur.

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt dem Institut zufolge der Staat. Dazu zählen insbesondere Investitionen aus dem Sondervermögen für Klimaschutz und Infrastruktur sowie höhere Ausgaben für die Verteidigung. Rund 70 Prozent des Wirtschaftswachstums in diesem Jahr gingen auf den öffentlichen Konsum und staatliche Investitionen zurück, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

Neben den Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sorgten auch steigende Aufwendungen für Gesundheit, Pflege und Rente für Impulse. Fratzscher sprach von einer möglichen Trendwende zu stärkerem Wachstum in den kommenden zwei Jahren. Die derzeitige Dynamik verdanke die Konjunktur jedoch vor allem der öffentlichen Hand.

Die private Binnennachfrage bleibe die größte Schwachstelle. Nach Einschätzung des DIW reichen die privaten Investitionen weiterhin nicht aus, um die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit Deutschlands nachhaltig zu stärken. Trotz der verbesserten Aussichten seien die globalen Unsicherheiten erheblich. Eine Eskalation im Nahen Osten oder neue Handelskonflikte könnten die Erholung erneut bremsen.

Im zweiten Quartal 2026 war die deutsche Wirtschaft nach Angaben des DIW um 0,3 Prozent gewachsen. Zum Jahresbeginn hatte das Plus 0,4 Prozent betragen.

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