Russland hat Deutschland nach den angekündigten Strafmaßnahmen wegen des versuchten Anschlags am Leipziger Flughafen mit einer Gegenreaktion gedroht. Das russische Außenministerium kündigte eine „spiegelbildliche“ Antwort an. Moskau weist zugleich jede Beteiligung an dem Vorfall zurück und bezeichnet ihn als Provokation.
Die deutsche Bundesregierung hatte Russland für den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne verantwortlich gemacht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) kündigten daraufhin neue Maßnahmen gegen Moskau an.
Nach Angaben der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, werde die Reaktion ähnlich ausfallen wie bei früheren einseitigen und aus russischer Sicht ungerechten Sanktionen. Sacharowa äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.
Zu den von Deutschland angekündigten Schritten gehört nach Angaben Wadephuls die Schließung des russischen Konsulats in Bonn. Außerdem soll der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt werden. In Moskau war im Zusammenhang mit früheren Diskussionen über eine Schließung des Russischen Hauses bereits mehrfach über eine mögliche Einstellung der Arbeit des Goethe-Instituts in Russland als Gegenmaßnahme gesprochen worden.
Sacharowa warf Deutschland zudem vor, an Terroranschlägen gegen russische Bürger beteiligt zu sein. Mit Blick auf deutsche Waffenlieferungen und finanzielle Unterstützung für die Ukraine sagte sie: „Berlin sponsert den Terrorismus.“ Deutschland gilt laut dem Bericht als größter Unterstützer der Ukraine.
Russland hatte eine Beteiligung an dem Vorfall am Leipziger Flughafen bereits bestritten. Die russische Botschaft in Berlin bezeichnete ihn als Provokation, die ausschließlich den Interessen der ukrainischen Führung und des „militaristischen Flügels“ der europäischen Politik diene. Die Ukraine und europäische Regierungen wollten damit demnach weitere finanzielle Unterstützung für die Regierung in Kyjiw rechtfertigen.
Auch der russische Auslandsgeheimdienst SWR äußerte sich zu dem Drohnenfund. In der vergangenen Woche erklärte der Dienst, in der Ukraine herrsche Zufriedenheit über die mediale Wirkung des Vorfalls. Der Geheimdienst stellte zudem einen Zusammenhang mit möglichen politischen Folgen in Deutschland her und verwies auf Kräfte, die sich für pragmatischere Beziehungen zu Russland einsetzten.
Der SWR kritisierte außerdem, dass nach dem Drohnenfund ebenso wie nach den Explosionen an den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 schnell Russland verantwortlich gemacht worden sei. In Zusammenhang mit den Pipeline-Sprengungen werden inzwischen ukrainische Verdächtige genannt.