An einem Umspannwerk nahe dem brandenburgischen Kohlekraftwerk Jänschwalde sind mehrere Spreng- und Brandvorrichtungen entdeckt worden. Nach Angaben der Landesregierung sollte der Angriff offenbar einen großflächigen Stromausfall auslösen. Ein Blackout konnte jedoch verhindert werden.
Die Polizei stellte fest, dass nicht alle Vorrichtungen detoniert waren. Dennoch wurden mehrere Leitungen beschädigt. Brandenburgs Innenminister Redmann erklärte, Unbekannte hätten leitfähiges Material in das Umspannwerk geschossen, um Kurzschlüsse auszulösen. Ersatzleitungen hätten dazu beigetragen, einen Stromausfall zu verhindern.
Das betroffene Umspannwerk liegt in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße. Über die Anlage wird der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Netz eingespeist. Nach Angaben des Betreibers Leag kam es mutmaßlich infolge des Anschlagsversuchs zu einem technischen Ausfall in Block B. Der Kraftwerksblock sollte am Abend wieder in Betrieb genommen werden.
Über die Täter und ihre Motive liegen bislang keine Erkenntnisse vor. Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen.
Brandenburgs Ministerpräsident Woidke verurteilte den Angriff. Wer kritische Infrastruktur sabotieren und das gesellschaftliche Leben lahmlegen wolle, greife die gesamte Bevölkerung an, sagte der SPD-Politiker in Potsdam. Die besorgniserregend hohe Zahl derartiger Vorfälle zeige, dass kritische Infrastrukturen entschlossen geschützt werden müssten.
Das Kraftwerk Jänschwalde war bereits früher Ziel von Protestaktionen. Im September 2022 drangen 20 Klimaaktivisten auf das Betriebsgelände ein und besetzten Schienen, Gleisanlagen und Förderbänder. Die Hintergründe des aktuellen Vorfalls sind weiterhin unklar.
Die Meldung wurde am 1. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks verbreitet.