Königin Mette-Marit wird König Haakon bei dessen Vereidigung auf die norwegische Verfassung nicht begleiten. Grund sind erneute gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit ihrer Lungentransplantation, wie der norwegische Hof mitteilte.
Haakon legt am 1. September um 13 Uhr im Parlament in Oslo seinen Eid ab. Mette-Marit muss nach Angaben des Hofes weiterhin medizinisch überwacht werden und kann deshalb nicht an der Zeremonie im Storting teilnehmen.
Ihr behandelnder Arzt Are Holm vom Rikshospitalet erklärte, Komplikationen nach einer Lungentransplantation seien nicht ungewöhnlich. Mette-Marit habe seit dem Eingriff mehrfach damit zu kämpfen gehabt, auch am Tag der Vereidigung müsse ihr Zustand weiter beobachtet werden.
Mette-Marit lebt mit einer Lungenfibrose, bei der funktionierendes Lungengewebe zunehmend zerstört wird. Im Juni erhielt sie deshalb bei einer aufwendigen Operation eine Spenderlunge.
Statt seiner Ehefrau wird Kronprinzessin Ingrid Alexandra ihren Vater zum Parlament begleiten. Haakon nimmt dort erstmals auf dem sogenannten Königsstuhl Platz. Mette-Marit hätte neben ihm auf dem etwas schmaleren Königinnenstuhl gesessen. Ingrid Alexandra soll während des Staatsakts auf dem vorhandenen Kronprinzenstuhl Platz nehmen.
Die Thronfolgerin muss ihren Eid später schriftlich im Schloss ablegen. Nach ihrer Unterschrift ist sie berechtigt, ihren Vater im Falle seiner Abwesenheit zu vertreten. Königin Sonja und Prinz Sverre Magnus werden die Vereidigung vom Plenarsaal des Stortings aus verfolgen.
Die Zeremonie findet wenige Tage nach dem Tod von König Harald V. statt. Harald starb im Alter von 89 Jahren am vergangenen Freitag. Mit Haakons Eid legt der neue König vor den Abgeordneten das Versprechen ab, Norwegen im Einklang mit der Verfassung und den Gesetzen zu regieren.
Am selben Tag soll um 14 Uhr die Schlosskapelle für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Dort können sich die Norweger bis zur Beisetzung von Harald verabschieden. Das Fotografieren und das Ablegen von Blumen sind dabei nicht erlaubt. Bereits am Morgen bildete sich vor der Kapelle eine lange Schlange von Trauergästen.