Heute: September 8, 2026

Fan-Proteste zum Bundesliga-Start: Kritik an Stillstand bei Regionalliga-Reform

Zum Start der Bundesliga haben Fans in mehreren Stadien gegen den Stillstand bei der geplanten Regionalliga-Reform protestiert. Besonders umfangreich fiel die Aktion beim Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart aus, das die Münchner mit 5:1 gewannen.

Vor der Südkurve des FC Bayern wurde ein großes Banner mit der Aufschrift „DFB + Regionalverbände = Fußballmafia“ gezeigt. Weitere Spruchbänder richteten sich gegen Dr. Christoph Kern, den Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV). Die Fans werfen ihm vor, die Reform zu blockieren.

Im Mittelpunkt steht das sogenannte Kompassmodell. Dabei sollen die bislang fünf Regionalliga-Staffeln auf vier reduziert werden. Die Einteilung würde sich jährlich an den jeweils kürzesten Fahrtstrecken orientieren. Nach diesem Modell sollen alle Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Derzeit gilt dieses Aufstiegsrecht nur für die Meister der Regionalligen West und Südwest.

Auf einem weiteren Transparent im Münchner Stadion stand: „BFV-Kernkompetenz: Trotz Kompass den falschen Weg einschlagen! Wir sind der einzige Meister, der nicht aufsteigen muss.“ In einem anderen Spruchband bezeichneten die Bayern-Fans Kern als „kein Freund der Gerechtigkeit“. Die Proteste gehören zu einer bundesweiten Kritik von Fanszenen an der aus ihrer Sicht stockenden Reform.

Der BFV war im bisherigen Prozess wiederholt mit neuen Positionen, Vorschlägen und Warnungen vor einer schnellen Umsetzung aufgefallen. Eine DFB-Arbeitsgruppe, an der auch der Bayerische Fußball-Verband beteiligt war, hatte sich zuvor mit dem Kompassmodell befasst. Kern hatte gegenüber der Münchner „AZ“ erklärt, dass es bei den bayerischen Vereinen für keines der Modelle eine überzeugende Mehrheit gebe. Deshalb sei er nicht bereit, die Regionalliga Bayern einfach aufzugeben.

Nach Angaben des vorliegenden Berichts beteiligten sich an der bayerischen Vereinsabstimmung mindestens 42 Vereine. Daraus ergibt sich demnach, dass mindestens 20 Oberligisten ihre Stimme abgaben. Bei einem Gesamtergebnis von 45,2 Prozent gebe es unter Dritt- und Regionalligisten in Bayern vermutlich eine Mehrheit für das Kompassmodell.

Auch in anderen Stadien wurde protestiert. Beim Spiel von Eintracht Braunschweig gegen Hertha BSC zeigten beide Fanlager nahezu identische Spruchbänder und nannten die fünf Präsidenten der Regionalverbände. Beim 3:3 zwischen Union Berlin und Eintracht Frankfurt war zu lesen: „Aufstiegsreform? Vereine und Fans betrogen! Eure Zeit ist um“.

Genannt wurden neben Christoph Kern Peter Frymuth für den Westen, Thomas Bergmann für den Südwesten, Ralph-Uwe Schaffert für den Norden und Hermann Winkler für den Nordosten. Winkler spricht sich dem Bericht zufolge inzwischen für einen außerordentlichen DFB-Bundestag aus. Die Fans warten weiterhin auf eine Positionierung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

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