Der wegen Betrugs verurteilte Windkraftunternehmer Hendrik Holt ist nach einem nicht genehmigten Aufenthalt außerhalb der Haftanstalt geflohen. Seine Ehefrau und sein Kind ließ der 36-Jährige zurück. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück.
Holt kehrte den Angaben zufolge Anfang der vergangenen Woche nicht von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt Berlin zurück. Dort war er im offenen Vollzug untergebracht. Nach dem Mann aus Haselünne im Emsland wird inzwischen mit einem Europäischen Haftbefehl gefahndet.
Wo sich Holt derzeit aufhält und wie ihm die Flucht gelang, teilten die Ermittler nicht mit. Die Staatsanwaltschaft verwies dabei auf fahndungstaktische Gründe.
Das Landgericht Osnabrück hatte Holt im Jahr 2022 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Die Vorwürfe betrafen bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Seit Ende Oktober 2024 befand sich der Verurteilte im offenen Vollzug. Zum Zeitpunkt seiner Flucht hatte er etwa die Hälfte der Haftstrafe verbüßt.
Holt gilt als einer der bekanntesten Fälle im Zusammenhang mit mutmaßlichen Betrügereien rund um Windkraftprojekte. Nach den Angaben im vorliegenden Material verkaufte er unter anderem Windparks an ausländische Stromkonzerne, die tatsächlich nicht existierten. Außerdem soll er ausländische Diplomaten bestochen haben, um mithilfe eines Diplomatenpasses eine Strafverfolgung zu verhindern.
Über den Fall wurde auch eine ARD-Dokumentation mit dem Titel „Holt – Der Windkraft-Schwindler“ veröffentlicht. Die Fahndung nach dem Flüchtigen dauert an.