Am 31. August 1976 startete der erste Indexfonds für ein breites Publikum. Das Produkt gilt als Vorläufer der heutigen ETFs und machte es für mehr Menschen möglich, über die Börse langfristig Vermögen aufzubauen.
Bis dahin war das Investieren an den Aktienmärkten vor allem institutionellen Vermögensverwaltern und wohlhabenden Privatpersonen vorbehalten. Mit dem neuen Fonds veränderte sich der Zugang zur Geldanlage grundlegend. Anleger konnten nicht mehr nur auf die Auswahl einzelner Aktien oder die Entscheidungen teurer Fondsmanager setzen, sondern in einen gesamten Börsenindex investieren.
Der Fonds wurde von John Bogle, dem Gründer der Investmentgesellschaft Vanguard, auf den Weg gebracht. Das zugrunde liegende Prinzip war eine Nachbildung des S&P 500. Der Index bündelt die 500 größten börsennotierten US-Konzerne und bildet damit einen breiten Aktienkorb ab.
Statt nach der einzelnen Aktie mit dem größten Kurspotenzial zu suchen, investieren Anleger auf diese Weise in den gesamten Index. Dadurch wird das Risiko breiter verteilt. Zugleich entfallen viele Entscheidungen über einzelne Branchen, Unternehmen oder den richtigen Zeitpunkt für einen Markteinstieg.
Nach Einschätzung von Sebastian Külps, Deutschland- und Nordeuropa-Chef des Vermögensverwalters Vanguard, verlagerte sich der Fokus dadurch auf eine „breite Marktteilnahme“. Indexiertes Investieren sei einfacher, transparenter und kostengünstiger geworden, sagte er der ARD-Finanzredaktion.
Der erste Indexfonds konnte zunächst nur direkt beim Anbieter gekauft werden. Die später entstandenen Exchange Traded Funds, kurz ETFs, werden dagegen an der Börse gehandelt. Der erste weltweite ETF wurde 1990 in Kanada aufgelegt. 1993 folgte mit dem SPDR S&P 500, auch SPY genannt, der erste große US-ETF.
In Deutschland begann die ETF-Entwicklung im Jahr 2000. Die Hypovereinsbank führte damals drei Produkte auf den DAX, den Eurostoxx und den Stoxx 50 ein. Am 11. April 2000 wurden die ersten drei ETFs an der Börse Xetra gelistet.
Für Verbraucher sind Indexfonds laut Hermann-Josef Tenhagen vom Verbraucherportal Finanztip ein vergleichsweise preiswertes Einstiegsprodukt. Anleger könnten damit in Aktien investieren, ohne ebenso hohe Gebühren wie bei vielen aktiv verwalteten Fonds zu zahlen.
Seit dem Start des ersten Indexfonds hat sich das Angebot deutlich ausgeweitet. ETFs werden heute als Möglichkeit genutzt, breit gestreut und relativ kostengünstig am Aktienmarkt zu investieren.