In Hattingen ist ein 61-jähriger Mann mit einer schweren Kopfverletzung gefunden worden. Nach den vorliegenden Angaben steckte eine Axt in seinem Kopf, außerdem hatte er eine schwere Verletzung am Rücken. Die Polizei nahm später den Bruder des Mannes fest.
Der Verletzte wurde am Montagnachmittag gegen 15.20 Uhr in einer Einfahrt an der Breddestraße im Stadtteil Niederwenigern entdeckt. Die Einfahrt liegt zwischen zwei benachbarten Häusern, die den Brüdern gehören sollen. Ein Spaziergänger hatte den Mann gefunden.
Rettungskräfte versorgten das Opfer zunächst vor Ort. Anschließend wurde es mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 8“ in eine Spezialklinik gebracht. Der 61-Jährige schwebt weiterhin in Lebensgefahr.
Nach dem Fund gingen die Ermittler davon aus, dass sich der mögliche Angreifer noch in einem der beiden Häuser aufhalten könnte. Niemand hatte beobachtet, dass ein Täter vom Ort des Geschehens geflüchtet war. Schwer bewaffnete Polizeibeamte sperrten den Bereich ab und umstellten die Gebäude. Zudem wurde ein Spezialeinsatzkommando hinzugezogen.
Der Bruder des Verletzten soll sich mehrere Stunden in seinem Haus aufgehalten haben. Rund fünf Stunden lang habe er nicht reagiert. Schließlich forderte ihn die Verhandlungsgruppe der Spezialeinheiten über Lautsprecher auf, ans Fenster zu treten und das Haus mit leeren Händen zu verlassen.
Gegen 20.20 Uhr kam der Mann heraus und ließ sich widerstandslos festnehmen. Nach Angaben aus dem vorliegenden Bericht handelt es sich bei dem Verdächtigen um den Bruder des Opfers. Beide Männer sollen Nachbarn gewesen sein.
Die Staatsanwaltschaft Essen und die Polizei Hagen bewerten den Angriff als versuchtes Tötungsdelikt. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Die Spurensicherung untersuchte die beiden Häuser sowie die Einfahrt nach möglichen Beweisen.
Ob es vor dem Angriff zu einem Streit zwischen den Brüdern kam und ob dieser einen möglichen Auslöser darstellte, ist bislang ungeklärt.