Bundesaußenminister Johann Wadephul will gemeinsam mit Tunesien und Algerien die Ursachen der Migration aus afrikanischen Staaten bekämpfen. Zum Auftakt seines Besuchs in Tunis verwies der CDU-Politiker auf gemeinsame wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen.
Nach Wadephuls Worten soll insbesondere die Lage in den afrikanischen Sahel-Ländern verbessert werden. Dazu gehöre eine bessere wirtschaftliche Situation vor Ort. Außerdem müsse den Schleuserbanden das Handwerk gelegt werden. Ziel sei es, die Migration aus den afrikanischen Staaten zu verringern.
Wadephul traf sich in Tunesien mit seinem Amtskollegen Mohamed Nafti. Zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität hatte die Europäische Union bereits 2023 ein Kooperationsabkommen mit Tunesien geschlossen.
Das Abkommen ist umstritten. Menschenrechtsgruppen werfen der EU vor, mit dem autoritär regierten Tunesien „schmutzige Geschäfte“ zu machen. Kritiker bemängeln zugleich, dass die Vereinbarungen nicht weit genug gingen.
Wadephul setzt seine Reise am Dienstag in Algerien fort. Dort ist ein Empfang durch Präsident Abdelmadjid Tebboune vorgesehen. Algerien gilt als strategischer Partner Deutschlands in der Energiepolitik und zählt zu den wichtigsten Gaslieferanten der Europäischen Union.
Die Nachricht gehört zur Berichterstattung des Deutschlandfunks vom 31. August 2026.