Sido gehört zu den erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Rappern Deutschlands. Mit einer Totenkopf-Maske, provokanten Texten und seinem kompromisslosen Image gelang ihm der Aufstieg aus dem Berliner Untergrund an die Spitze der deutschen Rapszene.
Geboren wurde Sido als Paul Würdig in Ost-Berlin. Als er drei Jahre alt war, trennte sich seine Mutter von seinem Vater. Nach Angaben aus seinem Werdegang besteht seitdem kein Kontakt mehr zu ihm. Im Alter von acht Jahren zog Sido mit seiner Mutter nach West-Berlin. Später besuchte er die Bettina-von-Arnim-Oberschule.
Ende der 1990er-Jahre begann Sido, in Berliner Kneipen als Rapper aufzutreten. Gemeinsam mit B-Tight gründete er zunächst das Duo „Royal TS“, das später in „Alles ist die Sekte“ beziehungsweise „A. i. d. S.“ umbenannt wurde. Beide Künstler gehörten zu den ersten Acts, die das 2001 gegründete Label „Aggro Berlin“ unter Vertrag nahm.
Für Sido wurde das Label zum wichtigen Sprungbrett. Besonders bekannt wurde er durch seine verchromte Totenkopf-Maske, die er knapp zwei Jahre lang trug. Sie verschleierte seine Identität und prägte zugleich sein Bild als furchteinflößender Gangster-Rapper.
2004 gelang Sido mit seinem ersten Soloalbum „Maske“ der Durchbruch. Sein zweites Soloalbum „Ich“ verkaufte sich innerhalb von zwei Tagen 100.000 Mal. Insgesamt setzte der Musiker nach den Angaben mehr als 13 Millionen Tonträger ab. Mehrere seiner Soloalben erreichten seit 2013 den ersten Platz der deutschen Charts.
Neben der Musik war Sido auch regelmäßig im Fernsehen zu sehen. 2007 gehörte er zur Jury der Casting-Show „Popstars“. 2019 arbeitete er als Coach bei „The Voice of Germany“. Seit 2020 trat er wiederholt bei „Joko & Klaas gegen ProSieben“ auf. 2023 war er als Star-Kandidat bei „Wer stiehlt mir die Show?“ dabei.
Auch als Schauspieler war Sido aktiv. 2011 übernahm er eine Hauptrolle im Film „Blutzbrüdaz“. 2014 spielte er in „Halbe Brüder“ an der Seite von Fahri Yardım und Tedros Teclebrhan.
Im August 2026 veröffentlichte Sido gemeinsam mit seinem Sohn Bo den Rap-Song „ISSA“. Vater und Sohn waren zudem gemeinsam im Musikvideo zu sehen. Für November 2026 kündigte Sido das Album „FRIEDEN“ an, auf dem unter anderem ein Lied mit Xavier Naidoo erscheinen soll.
Auch Sidos Privatleben stand wiederholt im Mittelpunkt. Er hat zwei Söhne aus früheren Beziehungen und war von 2010 bis 2012 mit der Sängerin Doreen Steinert liiert. Anschließend heiratete er die frühere „taff“-Moderatorin Charlotte Engelhardt, die später den Namen Würdig annahm. Das Paar hat zwei Söhne und ließ sich 2022 scheiden.
Während der Corona-Pandemie geriet Sido nach den vorliegenden Angaben in eine schwere Krise und konsumierte exzessiv Drogen. 2022 wurde er in einer Klinik für Drogenabhängige psychiatrisch behandelt. Inzwischen verzichtet er auch auf Alkohol und lebt abstinent.