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September 7, 2026
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Rückversicherer sehen wachsende Naturgefahren – Prämien geraten dennoch unter Druck

Beim Branchentreffen der Versicherer in Monte Carlo warnen Rückversicherer vor zunehmenden Risiken durch wetterbedingte Naturkatastrophen. Gleichzeitig müssen sie sich auf weiter sinkende Preise für Rückversicherungsschutz einstellen. Die Aktien der Münchener Rück und der Hannover Rück stehen deshalb am deutschen Aktienmarkt unter Druck.

Seit dem Wochenende verhandeln Rückversicherer und Erstversicherer in Monaco über die Konditionen für die Vertragserneuerungen zum Jahreswechsel. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Versicherungsprämien, Risikoanteile und Schadengrenzen. Das „Rendez-Vous de Septembre“ gilt als wichtigstes Branchentreffen und findet in diesem Jahr zum 68. Mal statt.

Die großen Rückversicherer Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück verwiesen auf wachsende Gefahren durch Überschwemmungen, Dürren, Hagel, schwere Gewitter und Waldbrände. Solche Ereignisse könnten langfristig zu höheren Schadenbelastungen und einer steigenden Nachfrage nach Rückversicherungsschutz führen.

Die Münchener Rück erklärte, auch die jüngsten Hitzewellen entwickelten sich „zunehmend zu ökonomischen Risiken“. Die Auswirkungen des Klimawandels würden „immer unmittelbarer spürbar“. Nach Einschätzung der Swiss Re sind Waldbrände weltweit das am stärksten wachsende Wetterrisiko. In Europa seien die versicherten Schäden durch Waldbrände in den vergangenen Jahrzehnten schätzungsweise um acht bis elf Prozent pro Jahr gestiegen.

Das Risiko nehme weiter zu, weil sich immer mehr Menschen und Vermögenswerte in waldbrandgefährdeten Regionen befänden, teilte die Swiss Re mit. Trotz der hohen Großrisiken sind die Preise für Rückversicherungsschutz im Schaden- und Unfallgeschäft seit 2025 rückläufig. Nach den deutlichen Anstiegen der Vorjahre liegen sie jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau.

Ein Grund für den Preisdruck ist, dass die Katastrophenschäden in den vergangenen Jahren hinter den größten Befürchtungen zurückblieben. Dadurch stiegen die Gewinne der Rückversicherer deutlich. Experten sehen die Unternehmen deshalb in einer ungünstigeren Verhandlungsposition.

Laut einer Umfrage der Ratingagentur Moody’s erwarten 86 Prozent der befragten Erstversicherer einen weiteren Rückgang der Preise. In der Schadenversicherung, etwa für Wohngebäude, Industrieanlagen und Autos, rechnen die meisten Befragten sogar mit Abschlägen von mehr als 7,5 Prozent. Hannover-Rück-Chef Clemens Jungsthöfel erwartet zum 1. Januar leicht sinkende Preise, will die übrigen Konditionen aber „überwiegend stabil“ halten.

Die sinkenden Rückversicherungspreise gelten als ein wesentlicher Grund dafür, dass Aktien von Erstversicherern wie Allianz oder Generali in den vergangenen Monaten besser abgeschnitten haben als die Titel der Rückversicherer. Am deutschen Aktienmarkt verlieren die Aktien der Münchener Rück und der Hannover Rück überdurchschnittlich.

Insgesamt gab der DAX nach der jüngsten Stabilisierung zum Wochenbeginn wieder nach. Bis zum frühen Nachmittag lag der deutsche Leitindex 0,4 Prozent im Minus bei 25.940 Punkten. Belastet wurde der Markt weiterhin von den hohen Ölpreisen. Die Wall Street fiel wegen des Feiertags Labor Day als Impulsgeber aus.

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