Nach einem Schusswaffenangriff auf ein Taxi in Düsseldorf hat vor dem Oberlandesgericht der Prozess gegen drei mutmaßliche Täter begonnen. Der Fahrgast Çağdaş B. wurde bei der Tat im Dezember 2025 von sieben Kugeln getroffen und lebensgefährlich verletzt. Eine Notoperation rettete ihm das Leben.
Nach den bisherigen Ermittlungen soll ein Schütze insgesamt zehnmal auf das Taxi gefeuert haben. Die Einschüsse trafen die Beifahrerseite der Windschutzscheibe. Çağdaş B., der auf dem Beifahrersitz saß, wurde dabei schwer verletzt.
Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die drei Beschuldigten wurden in gepanzerten Limousinen und unter dem Schutz schwer bewaffneter Polizisten zum Gericht gebracht. Zwischenzeitlich war auch ein Transport per Hubschrauber geprüft worden. Dieser Plan wurde nach Angaben des Berichts verworfen, weil befürchtet worden sei, der Helikopter könne von einer Drohne abgeschossen werden.
Die Staatsanwaltschaft vermutet einen Zusammenhang mit rivalisierenden Drogenbanden. Staatsanwalt Murat Ayilmaz sagte, es gebe inzwischen Hinweise, „die dafür sprechen, dass diese Tat einen Bezug zu den Daltons habe“. Zudem soll die Opferseite bereits kurz nach dem Anschlag mit Blutrache gedroht haben. Auch für den Fall, dass die Angeklagten aussagen, wird laut dem Bericht eine Gefahr für sie befürchtet.
Vor dem Prozessauftakt starteten die Ermittler außerdem eine Öffentlichkeitsfahndung nach einem mutmaßlich vierten Beteiligten. Gesucht wird Elvan Alperen Cinar. Der 26-Jährige soll den Wagen gefahren haben, in dem sich die Schützen befanden.
Den Ermittlungen zufolge soll Engin D. seinen Audi an die anderen Beschuldigten übergeben haben. Mit dem Fahrzeug soll die Gruppe das Taxi verfolgt haben. Der Audi wurde dem Bericht zufolge im Kö-Bogen-Tunnel geblitzt. Später soll er das Taxi auf der Kaiserstraße überholt, den Weg versperrt und das Feuer eröffnet haben.
Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück oder bestreiten eine Beteiligung an den Schüssen. Mazloum M. erklärte zum Prozessauftakt, er habe sich am Tattag zu Hause in Hameln aufgehalten und sehe dem Mann auf dem Blitzerfoto nicht ähnlich. Der Verteidiger von Cihan K. räumte ein, dass sein Mandant am Tatort gewesen sei, betonte jedoch, er habe nicht geschossen.
Außerdem erklärte der Verteidiger, die Schüsse seien nicht, wie von Zeugen angegeben, aus zwei Waffen abgegeben worden, sondern angeblich nur aus einer. Der Prozess wird am 14. September fortgesetzt.