Hitzewellen und extreme Waldbrände verschärfen nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) die Luftverschmutzung. Besonders Feinstaub aus Brandrauch und bodennahes Ozon gefährden demnach die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen.
Die UN-Organisation veröffentlichte ihren jährlichen Bericht zu Klima und Luftqualität am 7. September 2026 anlässlich des Internationalen Tages der sauberen Luft für einen blauen Himmel. Grundlage sind Daten aus dem weltweiten Beobachtungsnetz „Global Atmosphere Watch“.
Nach Einschätzung der WMO können sich Klimawandel und Luftverschmutzung gegenseitig verstärken. Häufigere und intensivere Hitzewellen sowie Waldbrände verschlechtern die Luftqualität. Zugleich tragen die Emissionen besonders großer Brände zusätzlich zum Klimawandel bei.
Strengere Umweltregeln haben die Feinstaubbelastung durch Industrie und Verkehr in Europa und Nordamerika zuletzt gesenkt. Gleichzeitig nimmt jedoch die Belastung durch Partikel zu, die bei Waldbränden entstehen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte PM2,5-Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern. Sie können tief in die Lunge und in den Blutkreislauf gelangen.
Eine Belastung mit PM2,5 erhöht unter anderem das Risiko für Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle und Lungenembolien. Nach Angaben der WMO sind Partikel aus verbrannter Vegetation besonders giftig. Der Rauch kann zudem über große Entfernungen transportiert werden und Menschen sowie Tiere weit entfernt vom Brandort belasten.
Herkömmliche Modelle, die nur die gesamte PM2,5-Konzentration berücksichtigen, könnten die durch Waldbrandrauch verursachte Sterblichkeit laut WMO um bis zu 93 Prozent unterschätzen. Eine im Bericht zitierte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich extreme Ereignisse mit Waldbrandrauch seit den 1990er Jahren weltweit verdreifacht haben. Zwischen 2010 und 2018 könnten sie jährlich zu fast 100.000 zusätzlichen Todesfällen beigetragen haben.
Auch bodennahes Ozon bereitet der WMO Sorgen. Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung fördern seine Entstehung. Das gesundheitsschädliche Reizgas kann die Atemwege schädigen und Pflanzen, Landwirtschaft sowie ganze Ökosysteme belasten. Steigende Ozonwerte könnten nach Einschätzung der Organisation zu Zehntausenden zusätzlichen vorzeitigen Todesfällen führen.
Die WMO fordert eine bessere und koordinierte Überwachung von Luftschadstoffen. Neben Feinstaub und Ozon betrifft das auch Ruß und Mikroplastik. Diese Stoffe würden bislang nicht ausreichend erfasst, obwohl sie über die Atmosphäre weit transportiert werden und Ökosysteme schädigen können. Die Organisation plädiert außerdem dafür, Klima- und Luftreinhaltepolitik stärker miteinander zu verbinden.