Beim 0:0 des FC Bayern auf Schalke ist Neuzugang Ismael Saibari mit zwölf Löchern in seinen beiden Stutzen aufgefallen. Der 25-Jährige setzt damit einen auffälligen Trend im Fußball besonders deutlich um.
Viele Fußballer schneiden inzwischen Löcher in ihre Stutzen. Saibari trug beim Spiel auf Schalke jedoch besonders viele Öffnungen im Stoff. Dadurch wirkten seine Stutzen laut dem Bericht wie Schweizer Käse.
Der Hintergrund liegt offenbar im Tragekomfort. Während eines Spiels können die Waden durch die Belastung anschwellen. Die Socken fühlen sich dann enger an. Saibari bestätigte diesen Zusammenhang nach seinem starken Auftritt beim 5:1 gegen Stuttgart. „Es geht darum, dass es in den Stutzen nicht zu eng wird, denn ich habe dicke Waden“, erklärte der marokkanische Nationalspieler auf Nachfrage der Bild.
Ganz unproblematisch ist die Methode allerdings nicht. In der Richtlinie für Spielkleidung und Ausrüstung der Deutschen Fußball Liga vom 5. Dezember 2025 heißt es unter Punkt 42.1 c.iii: „Sichtbare Unterziehsocken und Stutzen dürfen keine Löcher enthalten.“ Die Vorgabe ist Teil des Anhangs IV der Lizenzspielordnung.
Nach Einschätzung von Schiedsrichter-Experte und DFB-Lehrwart Lutz Wagner kommt es in der Praxis vor allem auf die Sichtbarkeit der Spieler an. Die FIFA und das International Football Association Board hätten festgelegt, dass der Schiedsrichter prüfen müsse, ob die farbliche Unterscheidung gewährleistet sei, sagte Wagner auf Nachfrage der Bild.
Der Unparteiische müsse sofort erkennen können, welcher Spieler ein Foul begeht, um die richtige Person zu verwarnen. Wenn die farbliche Unterscheidung durch die beschädigten Stutzen nicht mehr gegeben sei, müsse der Schiedsrichter einschreiten.
Saibari wurde damit beim torlosen Unentschieden zum auffälligsten Vertreter des Stutzen-Trends in der Liga. Ob die zwölf Löcher künftig beanstandet werden, hängt nach der Erklärung Wagners vor allem davon ab, ob die eindeutige Erkennbarkeit der Spieler beeinträchtigt wird.