Die Polizei hat in Ostsachsen zwölf selbst hergestellte Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen entdeckt. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden sollten die Sprengsätze Schäden an elektrischen Leitungen durch einen Kurzschluss verursachen.
Spezialisten des Landeskriminalamtes entschärften die Vorrichtungen. Nach bisherigen Erkenntnissen entstand kein Schaden, auch die Stromversorgung wurde nicht beeinträchtigt. Die Behörden erklärten zudem: „Es besteht keine Gefahrenlage für die Bevölkerung.“
Gefunden wurden die Sprengsätze an zwei Orten in der Lausitz. Die Ermittler suchten im Bereich von Hochspannungstrassen südlich des Umspannwerks Bärwalde nahe Lippen sowie östlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife. Beide Orte liegen im Landkreis Görlitz nahe der Grenze zu Brandenburg.
Die Ermittlungen laufen unter anderem wegen des Verdachts, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt und öffentliche Betriebe gestört zu haben. Zudem wird wegen des Verdachts auf versuchte verfassungsfeindliche Sabotage ermittelt.
Auslöser für einen größeren Polizeieinsatz in der Region am Freitag waren behördenübergreifende Informationen und der Hinweis eines aufmerksamen Bürgers. Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Dresden prüfen nach eigenen Angaben, ob ein Zusammenhang mit Angriffen auf Strominfrastruktur in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen besteht. Die sächsischen Behörden stehen dazu mit den betroffenen Bundesländern in engem Austausch.
Der Einsatz in Sachsen dauert an. Die elektrische Infrastruktur wird vorsorglich weiter abgesucht. Die Ermittler bitten die Bevölkerung um Hinweise zu Personen oder Fahrzeugen, die im Bereich der Hochspannungstrassen aufgefallen sein könnten. Besonders wichtig seien Bild- und Videoaufnahmen, die zur Aufklärung der Vorfälle beitragen könnten.
Auch in den anderen Fällen sucht die Polizei nach einem mutmaßlichen Stromsaboteur. Nach den Angaben im Ausgangsbericht handelt es sich um den 48 Jahre alten Daniel V., der in Gevelsberg gemeldet ist und sich derzeit auf der Flucht befindet. Er soll mit einem Bekennerschreiben auf sich aufmerksam gemacht haben.