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September 6, 2026
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Leidener Forscher widersprechen Darstellung der TUM zu Elektroauto-Studie

Eine Studie der Technischen Universität München (TUM) zur Klimawirkung von Elektroautos sorgt weiter für Streit. Forschende der Universität Leiden kritisieren, ihre Arbeit sei in einer Mitteilung der TUM und der anschließenden Berichterstattung falsch dargestellt worden.

Die Debatte war durch einen Bericht der „Bild“-Zeitung ausgelöst worden. Unter der Überschrift „Die Auto-Lüge der EU“ stellte das Blatt die Annahme infrage, Elektroautos seien ein wirksames Mittel für den Klimaschutz. Dabei wurde argumentiert, dass nicht nur die Abgase während des Betriebs, sondern auch die höheren Emissionen bei der Herstellung der Fahrzeuge und ihrer Akkus berücksichtigt werden müssten.

Eine solche Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus ist allerdings nicht neu. Sie gilt als Standard, um die Klimawirkung verschiedener Antriebe umfassend zu bewerten. Weil die Berechnungen methodisch komplex sind, kommen Studien dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nach den Angaben im vorliegenden Beitrag haben sie jedoch gemeinsam, dass Elektroautos bei der CO₂-Bilanz gegenüber Verbrennern im Vorteil bleiben.

Arnold Tukker von der Universität Leiden erklärte auf LinkedIn, die Münchner Autoren hätten eine Studie seiner Forschungsgruppe an zentraler Stelle zitiert. Die Schlussfolgerungen der eigenen Untersuchung widersprächen jedoch dem Eindruck, den die TUM-Mitteilung und die anschließende Berichterstattung vermittelten. Tukker schrieb: „Wir distanzieren uns entschieden von der Stellungnahme der TUM.“

Nach seinen Angaben seien Elektrofahrzeuge ein geeignetes Mittel für ein emissionsarmes Verkehrssystem. Der Umstieg von Benzinfahrzeugen auf Elektrofahrzeuge müsse daher beschleunigt und nicht verzögert werden. Tukker zeigte sich außerdem „zutiefst enttäuscht“ über die Darstellung der Arbeit und sprach von einer starken Verzerrung ihrer Aussage in den öffentlichen Medien.

Auch aus der TUM-Studie selbst geht laut dem Bericht hervor, dass Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus 41 Prozent weniger CO₂ ausstoßen als Verbrenner. Dennoch war die Untersuchung politisch als Argument gegen die bisherige Klimapolitik interpretiert worden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte nach der Berichterstattung ein „echtes Aus vom Verbrenner-Aus“ gefordert.

Die Studie war von TUM-Präsident Thomas Hofmann in Auftrag gegeben worden. Sie sollte in Beratungen der EU-Kommission, des Europaparlaments und der EU-Regierungen zum Thema einfließen. Kritik kam auch aus der TUM selbst: Der Leiter des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik, Markus Lienkamp, bemängelte, dass mehrere relevante Professoren nicht beteiligt worden seien.

Zusätzlich kritisierte der Energieökonom Edgar Hertwich Hofmanns Forderung nach einer umfassenden Lebenszyklusanalyse für die EU-weite CO₂-Bewertung. Die Klimapolitik berücksichtige weitere CO₂-Faktoren von Elektroautos bereits in anderen Bereichen, etwa der Energiepolitik, erklärte Hertwich. Mit Blick auf Hofmanns Stellungnahme forderte er: „Er sollte es zurückziehen.“

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