Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben vor allem finanzielle Sorgen und Fragen der sozialen Sicherheit die Entscheidung der Wähler geprägt. Das geht aus einer Infratest-Analyse der ARD am Wahltag hervor.
Für 25 Prozent der Befragten war soziale Sicherheit das wichtigste Thema. Damit lag sie an der Spitze der genannten Gründe für die Wahlentscheidung. Besonders stark beschäftigten die Menschen die steigenden Preise: Sieben von zehn Wählern sorgten sich deshalb.
Auf dem zweiten Platz folgte der Frieden in Europa. Für 17 Prozent war dieses Thema ausschlaggebend. Die Wirtschaft kam auf 15 Prozent. Arbeitsplätze und Jobs hatten im Wahlkampf dagegen für CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze im Mittelpunkt gestanden.
Die Zuwanderung spielte bei der unmittelbaren Wahlentscheidung eine geringere Rolle. Nur neun Prozent der Befragten nannten sie als wichtigstes Thema.
Bei den größten persönlichen Sorgen standen die Kosten des Alltags im Vordergrund. Genannt wurden unter anderem die Preise an der Tankstelle, im Supermarkt sowie für Strom und Gas. 70 Prozent befürchteten, ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können. Jede zweite befragte Person sorgte sich zudem, den bisherigen Lebensstandard nicht halten zu können.
Gleichzeitig äußerten 55 Prozent der Befragten die Sorge, dass mittlerweile „so viele fremde Menschen“ in Deutschland lebten. Damit war dieses Thema nahezu ebenso präsent wie die Angst vor einem Verlust des Lebensstandards.
In der Einschätzung der politischen Kompetenz lag die AfD laut der Analyse in allen Politikfeldern vor der CDU. Insgesamt trauten 35 Prozent der Befragten der AfD zu, die wichtigsten Aufgaben in Sachsen-Anhalt zu lösen. Im Vergleich zur vorherigen Erhebung aus dem Jahr 2021 entsprach das einem Anstieg um 26 Prozentpunkte.
Die AfD hatte im Wahlkampf unter anderem gefordert, dass 5400 ausreisepflichtige Menschen Sachsen-Anhalt verlassen. Abschiebungen sollten nach ihrer Darstellung nicht mehr wochenlang vorher angekündigt werden.