Die ARD stellt neue Folgen von „Tatort“ und „Polizeiruf“ künftig bereits am Freitag in ihrer Mediathek bereit. Bislang waren die Sonntagskrimis dort erst zur Fernsehausstrahlung verfügbar. Für die Vorabpremiere müssen sich Zuschauerinnen und Zuschauer mit einem Mediathek-Konto einloggen.
Den Auftakt macht der Furtwängler-Krimi „Der gelbe König“. Mit der Folge endet am kommenden Sonntag die längste „Tatort“-Sommerpause aller Zeiten. Die Fernsehausstrahlung bleibt weiterhin am Sonntag vorgesehen, die neue Folge kann in der Mediathek jedoch bereits zwei Tage früher abgerufen werden.
Für die Registrierung sind ein Name und eine Mailadresse erforderlich. Wer sich bei der ARD anmeldet, ist den Angaben zufolge zugleich beim ZDF registriert. Die Inhalte der Mediatheken bleiben grundsätzlich auch ohne Anmeldung zugänglich.
ARD-Programmchefin Christine Strobl begründet die Vorabveröffentlichung mit der großen Bedeutung der Sonntagskrimis. „Tatort“ und „Polizeiruf“ würden etwas schaffen, was kaum ein anderes Format erreiche: „Am Montag sprechen so viele Menschen über denselben Fall.“ Die Freitags-Premiere richte sich an alle, die nicht bis Sonntag warten könnten.
Hinter der neuen Strategie stehen auch die Pläne von ARD und ZDF für gemeinsame, personalisierte Empfehlungssysteme. Mit registrierten Nutzerinnen und Nutzern wollen die Sender regionale oder altersspezifische Zielgruppen besser erreichen. Die Sender betonen, dass sich ihre Empfehlungssysteme von den Algorithmen großer Tech-Konzerne unterschieden.
Die Angabe des Geburtsdatums ist optional. Sie kann unter anderem dazu dienen, Inhalte für bestimmte Altersgruppen zu einem früheren Zeitpunkt in der Mediathek freizuschalten. Für die Vorabpremiere des „Tatorts“ ist eine Altersangabe nicht erforderlich.
Im linearen Fernsehen erreichen die Sonntagskrimis laut ARD durchschnittlich knapp 8,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. 2025 lag der Spitzenwert bei bis zu 13 Millionen. Über die Mediatheken kommen nach Angaben des Senderverbunds rund zehn Prozent zusätzliche Reichweite hinzu.
Die frühere Veröffentlichung fällt in eine Phase des Umbruchs bei den Ermittlerteams. In der kommenden Saison starten unter anderem in Kiel, München und Franken neue Teams. Der MDR kündigte dagegen an, aus Kostengründen drei Jahre lang bei „Tatort“ und „Polizeiruf“ zu pausieren.