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September 6, 2026
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Isar Aerospace bringt Spectrum-Rakete erstmals in Erdumlaufbahn

Das bayerische Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace hat mit seiner Rakete Spectrum erstmals den Orbit erreicht. Die zweistufige Trägerrakete startete am Samstagabend vom Weltraumbahnhof Andøya im Norden Norwegens und setzte mehrere Nutzlasten im erdnahen Weltraum aus.

Der Start erfolgte gegen 22 Uhr Ortszeit und wurde live übertragen. Nach rund zehn Minuten brach die Verbindung zur Rakete wegen der großen Entfernung ab. Nach Angaben von Isar Aerospace flog Spectrum jedoch weiter und erreichte die geplante Umlaufbahn.

An Bord befanden sich fünf wissenschaftliche Satelliten mehrerer Universitäten sowie ein wissenschaftliches Experiment. Das Unternehmen bezeichnete die Mission mit dem Namen „Onward and Upward“ als erfolgreich. Es sei erstmals einer privat entwickelten Rakete vom europäischen Kontinent aus gelungen, den Orbit zu erreichen.

„Wir sind im Orbit!“, teilte Isar Aerospace in der Nacht zum Sonntag mit. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sprach daraufhin von einem wichtigen Erfolg für die deutsche Raumfahrt. Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte dem Unternehmen ebenfalls und bezeichnete den Flug als Beginn einer neuen Ära.

Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und hat seinen Sitz in Ottobrunn bei München. Das Unternehmen entwickelt Trägerraketen für kleine und mittelgroße Satelliten. Spectrum ist 28 Meter hoch und verfügt über zehn Triebwerke. Nach Unternehmensangaben kann die Rakete Nutzlasten von bis zu 1000 Kilogramm in erdnahe Umlaufbahnen transportieren.

Dem erfolgreichen Flug waren mehrere Verzögerungen vorausgegangen. Ein erster Starttermin im Januar wurde wegen eines defekten Ventils verschoben. Beim zweiten Anlauf im März befand sich ein norwegisches Fischerboot noch in der Sicherheitszone. Im April wurden die Vorbereitungen wegen eines leckenden Druckbehälters abgebrochen. Im Juni trat erneut ein Problem auf.

Bei einem ersten Testflug im März des vergangenen Jahres war Spectrum zwar erfolgreich gestartet, nach 30 Sekunden jedoch planmäßig ins Meer gestürzt. Nun will Isar Aerospace noch in diesem Jahr weitere Starts durchführen. Der Bau der dritten Spectrum-Rakete ist laut dem Unternehmen bereits weit fortgeschritten.

Der Start gilt auch als strategisch bedeutsam, weil europäische Raumfahrtunternehmen unabhängiger von Anbietern aus den USA und Russland werden wollen. Isar Aerospace plant, mit Spectrum künftig zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen zu bringen. Das Unternehmen beschäftigt nach den vorliegenden Angaben mehr als 400 Menschen und hat bereits Aufträge bis 2028.

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