Ein Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat in Indonesien den Flugverkehr erheblich beeinträchtigt. Sechs Flughäfen wurden vorübergehend geschlossen, darunter der internationale Flughafen Soekarno-Hatta in der Hauptstadt Jakarta. Rund 100 Flüge wurden gestrichen.
Viele Passagiere saßen infolge der Ausfälle an den Flughäfen fest. Die Fluggesellschaft Singapore Airlines teilte mit, dass für diesen Sonntag geplante Verbindungen von und nach Jakarta annulliert worden seien.
Der Vulkan liegt zwischen den Inseln Java und Sumatra in der Sundastraße. Er bricht seit Freitagabend Ortszeit aus. Nach offiziellen Angaben erreichte die Aschewolke eine Höhe von bis zu 15.000 Metern. Der Vulkan spuckte Lava und eine gewaltige Aschewolke aus.
Indonesiens Katastrophenschutzbehörde BNPB kündigte Maßnahmen zur Beeinflussung des Wetters an. Dazu könnte eine sogenannte Wolkenimpfung gehören, durch die Regen ausgelöst werden soll. Starker Regen könne die Vulkanasche, die das tägliche Leben beeinträchtige, rasch wegspülen, sagte BNPB-Leiter Suharyanto bei einer Pressekonferenz.
Die Behörde forderte die Bevölkerung auf, bei Ascheregen Masken und Augenschutz zu tragen. Außerdem sollten Aktivitäten im Freien reduziert und beim Autofahren besondere Vorsicht beachtet werden. Feuerwehrleute spülten Vulkanasche von einer Straße in Bandar Lampung im Süden Sumatras.
Der Fährverkehr in der Sundastraße lief nach Angaben des Verkehrsministeriums normal weiter. Schiffe wurden jedoch aufgefordert, mindestens drei Kilometer Abstand zum Krater des Anak Krakatau zu halten. Fischer stellten ihre Fahrten ein.
Für den Vulkan gilt bereits seit Anfang Juli die zweithöchste Warnstufe 3. Nach Angaben des Katastrophenschutzes bestand durch den jüngsten Ausbruch keine unmittelbare Tsunami-Gefahr.
Der Name Anak Krakatau bedeutet „Kind des Krakatau“. Der Vulkan entstand vor etwa einem Jahrhundert in dem Gebiet, in dem zuvor der Vulkan Krakatau gelegen hatte. Bei dessen gewaltigen Ausbrüchen im Jahr 1883 kamen durch eine Reihe von Tsunamis mehr als 36.000 Menschen ums Leben. Ein Ausbruch des Anak Krakatau löste zuletzt 2018 einen Tsunami aus, bei dem auf Java und Sumatra mehr als 400 Menschen starben.