Hochrangige serbische Politiker und Militärs haben in Belgrad an einer Gedenkzeremonie für den verstorbenen Kriegsverbrecher Ratko Mladić teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von pensionierten und aktiven Generälen organisiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP kamen rund 300 Menschen.
Unter den Teilnehmern waren der serbische Justizminister Nenad Vujić sowie mehrere Vertreter der bosnisch-serbischen Teilrepublik Republika Srpska. Dazu gehörte auch deren Präsident Sinisa Karan. Der frühere Generalstabschef von Serbien und Montenegro, General Branko Krga, hielt bei der Gedenkfeier eine Rede.
Mladić soll am Montag in Belgrad mit militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werden. Zu der Beerdigung werden Tausende Menschen erwartet.
Der frühere bosnisch-serbische Armeechef war am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Den Haag gestorben. Wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit war er vom Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde 2021 letztinstanzlich bestätigt.
Mladićs Name ist besonders mit dem Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verbunden. Bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando nahmen damals die UN-Schutzzone ein und ermordeten rund 8000 muslimische Männer und Jungen. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Nach fast 16 Jahren auf der Flucht war Mladić 2011 in Serbien festgenommen und an das Gericht in Den Haag überstellt worden. Wegen der öffentlichen Würdigung Mladićs in Serbien sagte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos einen für die kommende Woche geplanten Besuch in dem Land ab. Serbien ist seit 2012 offizieller Kandidat für einen Beitritt zur Europäischen Union.