Imad Rondic ist beim 1:4 des 1. FC Köln in Stuttgart überraschend eingewechselt worden. Der 27 Jahre alte Stürmer hatte zuvor seit Mitte Juli nur individuell trainiert und war erst am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.
In der 90. Minute kam Rondic für Tom Krauß in die Partie. Kurz nach seiner Einwechslung unterlief ihm eine unglückliche Aktion: Bei dem Versuch, einen Einwurf per Kopf zu klären, landete der Ball bei Stuttgarts Vagnoman. Dieser traf aus rund 18 Metern zum Endstand.
Dass Rondic überhaupt im Kölner Kader stand und anschließend eingesetzt wurde, hatte laut Trainer Rene Wagner vor allem mit dessen Verhalten im Einzeltraining zu tun. „Imad hat sich acht Wochen den Arsch aufgerissen“, erklärte der Coach. Spieler, die im Individualtraining alles gäben und nicht aufhörten, hätten es verdient, im Bundesliga-Kader zu stehen.
Wagner wollte mit der Einwechslung zudem ein Zeichen innerhalb der Mannschaft setzen. „Wer sich bei uns den Arsch aufreißt, wird Fußball spielen“, sagte der Trainer. Der Einsatz sei auch eine Belohnung für Rondic gewesen. Ob der Stürmer künftig weitere Chancen bekomme, ließ Wagner jedoch offen.
Eine dauerhafte Rolle im Kölner Bundesliga-Kader gilt dem Bericht zufolge als nahezu ausgeschlossen. Rondic profitierte in Stuttgart auch davon, dass mit Said El Mala, Thijs Dallinga und Luca Waldschmidt drei Offensivspieler fehlten. Er soll sich zunächst wieder in Form bringen. Im Winter könnte anschließend ein Wechsel zu einem anderen Klub folgen.
Rondic besitzt in Köln noch einen Vertrag bis 2029. Der damalige Sportchef Christian Keller hatte ihn im Januar 2025 mit einem Vertrag über viereinhalb Jahre ausgestattet. Nach neun Ligaeinsätzen und einem Tor endete seine erste Zeit beim FC jedoch bereits nach knapp sechs Monaten.
In der vergangenen Saison war Rondic zunächst an Raków Częstochowa in Polen ausgeliehen. Im Winter wechselte er weiter zum Zweitliga-Absteiger Preußen Münster. Im Sommer fand sich kein neuer Klub für den Stürmer. In Stuttgart erhielt er nun dennoch eine überraschende Gelegenheit bei den Kölner Profis.