Der TSV 1860 München hat in der Regionalliga Bayern trotz zweimaliger Führung nur 2:2 bei der DJK Vilzing gespielt. Für zusätzliche Unruhe sorgt ein Schreiben von Investor Hasan Ismaiks Firma HAM, die Fragen zur Arbeit des Insolvenzverwalters Dr. Max Liebig aufwirft.
Vor 2500 Zuschauern in Vilzing brachte Florian Niederlechner die Münchner bereits in der 9. Minute mit 1:0 in Führung. Der frühere Bundesligaspieler nutzte damit die erste Chance der Partie. In der Folge ließ 1860 jedoch weitere Möglichkeiten aus.
Nach der Pause kam Vilzing besser ins Spiel. Nik Leiphold setzte sich in der 55. Minute gegen die Münchner Abwehr durch und erzielte den Ausgleich. 1860 antwortete mit einem ungewöhnlichen Treffer: Tunay Deniz schoss aus rund 60 Metern auf das Tor. Der Vilzinger Torhüter stand weit vor seinem Kasten, sodass der Ball zur erneuten Führung der Gäste ins Netz flog.
Der Vorsprung hielt jedoch nicht bis zum Abpfiff. In der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Markus Ziereis zum 2:2 ein. Der frühere 1860-Spieler, der neun Jahre lang das Trikot der Münchner getragen hatte, verzichtete nach dem Treffer auf einen Jubel.
Für 1860 war es das vierte Spiel in Folge ohne Sieg. Wettbewerbsübergreifend gab es in diesem Zeitraum zwei Unentschieden und zwei Niederlagen. Nach dem Zwangsabstieg aus der Dritten Liga bleibt die Mannschaft damit weiter auf der Suche nach einem Erfolg.
Neben dem Platz setzt sich der Streit um die Zukunft des Vereins fort. Hasan Ismaik hatte zuletzt angekündigt, Schadensersatzklage erheben zu wollen. Nun erhebt seine Firma HAM auch Vorwürfe beziehungsweise Bedenken im Zusammenhang mit Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig.
In dem Schreiben fordert HAM nach eigenen Angaben ein Höchstmaß an Unabhängigkeit, Neutralität und einer gleichberechtigten Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten. Wörtlich heißt es: „Bestimmte jüngste Entwicklungen haben bei HAM in dieser Hinsicht berechtigte Fragen aufgeworfen.“ Die Angelegenheit solle auf Grundlage von Tatsachen und Dokumenten rechtlich bewertet werden, teilte die Firma mit.
Liebig ist seit dem 1. September offiziell als Insolvenzverwalter eingesetzt. Er gilt laut dem Bericht als kompetent und erfahren im Umgang mit Vereinsinsolvenzen. Auch die Insolvenz von Türkgücü München wird von ihm abgewickelt.