Die rumänische Staatsanwaltschaft hat eine neue Anklageschrift gegen Andrew und Tristan Tate vorgelegt. Den britisch-amerikanischen Brüdern werden unter anderem Menschenhandel, Vergewaltigung und Geldwäsche vorgeworfen. Auch die Ausbeutung zweier 15-jähriger Mädchen ist Teil der Vorwürfe.
Nach Angaben der für organisierte Kriminalität zuständigen Einheit DIICOT wurde die Anklage einem Gericht in Bukarest übermittelt. Damit unternimmt die Staatsanwaltschaft einen neuen Versuch, die Tate-Brüder in Rumänien vor Gericht zu bringen.
Eine erste Anklageschrift war 2024 vom Bukarester Gericht wegen Verfahrensfehlern zurückgewiesen worden. Die nun vorgelegte Anklage bezieht sich unter anderem auf den Vorwurf, Andrew und Tristan Tate hätten Frauen systematisch dazu gezwungen, in Sexvideos und bei Sex-Videochats mitzuwirken.
Den Brüdern wird außerdem vorgeworfen, zwei minderjährige Mädchen auf diese Weise ausgebeutet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie die 15-Jährigen emotional erpresst und körperlich misshandelt haben. Auf diese Weise hätten Andrew und Tristan Tate 1,2 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund eine Million Euro, eingenommen.
Die Staatsanwaltschaft beantragt die Beschlagnahmung dieser Summe sowie von vier Luxusautos. Zudem sollen die Brüder versucht haben, Zeugen durch Druck zu beeinflussen.
Andrew und Tristan Tate befinden sich derzeit in den USA in Haft. Dort soll ein Gericht über einen Auslieferungsantrag nach Großbritannien entscheiden. Auch dort stehen sie unter Strafverfolgung. Die Brüder weisen sämtliche Vorwürfe zurück und wehren sich gegen eine Auslieferung.
Die Tate-Brüder waren erstmals am 30. Dezember 2022 gemeinsam mit zwei mutmaßlichen Komplizinnen in der Nähe von Bukarest festgenommen worden. Später wurde der Hausarrest verhängt, bevor sie unter der Auflage freikamen, Rumänien nicht zu verlassen.
Im Rahmen der ersten Ermittlungen hatte die rumänische Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben 34 Frauen als mutmaßliche Opfer identifiziert. Außerdem wurde ein krimineller Gewinn von mindestens 2,8 Millionen US-Dollar, rund 2,5 Millionen Euro, ermittelt.
Im April 2026 hoben rumänische Untersuchungsrichter sämtliche Kontrollmaßnahmen gegen die Tate-Brüder auf. Bereits im Vorjahr durften sie mit Genehmigung der Staatsanwaltschaft ins Ausland reisen und erhielten zuvor beschlagnahmte Luxusautos zurück.