Bei einem Hackerangriff auf den Berliner Senat sind nach Angaben des vorliegenden Berichts große Mengen sensibler Daten im Darknet veröffentlicht worden. Darunter sollen sich auch Unterlagen zu chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren befinden.
Die Hackergruppe Rhysida stellte die Daten dem Bericht zufolge am Freitag um 15.35 Uhr online. Zuvor soll der Berliner Senat eine Lösegeldforderung von rund zwei Millionen Euro in Bitcoin nicht erfüllt haben. Insgesamt ist von 5,26 Terabyte Daten und 1.439.893 Dateien die Rede.
Auszüge, die dem Bericht vorliegen, sollen auf ein größeres Ausmaß des Angriffs hindeuten. Genannt wird unter anderem ein Ordner mit der Bezeichnung „AG CBRN-Rahmenplanung“. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Die Veröffentlichung könnte damit nach Einschätzung des Berichts auch sicherheitsrelevante Informationen betreffen.
Der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter äußerte sich besorgt. Es sei zwar richtig, dass sich der Berliner Senat nicht habe erpressen lassen, sagte er dem Bericht zufolge. Zugleich erklärte Kiesewetter: „So etwas hätte nie passieren dürfen.“ Besonders gravierend wäre es, wenn Kommunikationswege und Krisenpläne offengelegt worden seien.
Auch der Investigativjournalist Lars Winkelsdorf warnte vor möglichen Folgen. Nach seiner Darstellung umfassten die veröffentlichten Daten neben Unterlagen des Landeskriminalamts zu Ermittlungen auch Pläne für den Verteidigungsfall und geheime Kommunikationswege der Bundesregierung für den Fall einer extremen Krisensituation.
Winkelsdorf befürchtet, dass die Daten für schwere Anschläge missbraucht werden könnten. „Jeder Spinner hat jetzt eine Bedienungsanleitung“, wird er in dem Bericht zitiert. Er bezog sich dabei auf die Möglichkeit, kritische Infrastruktur lahmzulegen. Die Folgen des Angriffs seien aus seiner Sicht außerordentlich schwerwiegend.
Ob und in welchem Umfang die veröffentlichten Dateien tatsächlich geheime oder besonders schützenswerte Informationen enthalten, geht aus dem vorliegenden Material nicht abschließend hervor. Eine Sprecherin des Berliner Senats war für eine Anfrage am Abend dem Bericht zufolge nicht erreichbar.