Der Prozess gegen Lindsay Clancy wegen der Tötung ihrer drei Kinder ist in den USA ohne eindeutiges Ergebnis beendet worden. Die Geschworenen konnten sich nicht darauf einigen, ob die 36-Jährige für die Taten schuldfähig ist.
Der Richter erklärte das Verfahren in Plymouth im Bundesstaat Massachusetts deshalb für gescheitert. Er rief einen sogenannten „mistrial“ aus, also einen Fehlprozess. Damit ist eine Wiederaufnahme des Verfahrens mit einer anderen Jury grundsätzlich möglich.
Clancy hatte im Jahr 2023 ihre drei Kinder getötet. Die frühere Krankenschwester gestand die Tötung. Ihre Verteidigung plädierte jedoch auf Schuldunfähigkeit. Die Staatsanwaltschaft warf ihr Mord vor.
Die Jury hatte nach den Schlussplädoyers über die Schuld der Angeklagten beraten. Auch nach tagelangen Beratungen und einer erneuten Prüfung von Beweismitteln kam sie zu keiner gemeinsamen Entscheidung. Nach insgesamt sieben Beratungstagen stimmte eines der zwölf Jurymitglieder den übrigen elf weiterhin nicht zu. In welche Richtung die Geschworenen tendierten, blieb unklar.
Zur Tatzeit war Clancy 32 Jahre alt. Nach Angaben ihrer Verteidigung litt sie an einer postpartalen Psychose, die falsch behandelt worden sei. Der Fall löste in den USA eine Debatte über die Schuldfähigkeit, die Gesundheit von Müttern und die medizinische Versorgung aus.
Viele Mütter solidarisierten sich mit Clancy. Auch ihr Ex-Mann warb kurz nach der Tat um Empathie für seine Frau.
Die getöteten Kinder waren fünf Jahre, drei Jahre und acht Monate alt. Ob es zu einem neuen Verfahren kommt, ist nach der Entscheidung des Richters offen.