Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat den umstrittenen Zukunfts- und Sanierungsplan des Konzerns einstimmig gebilligt. Mit dem Konzept sollen die Wettbewerbsfähigkeit verbessert und die Voraussetzungen für die langfristige Entwicklung des Konzerns und seiner Marken geschaffen werden.
Der sogenannte Zukunftsplan 2030 sieht vor, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen abzubauen. Nach Angaben des Konzerns ist die Anpassung der Personalkapazitäten notwendig, um die Ziele des laufenden Transformationsprogramms zu erreichen.
Auch mehrere deutsche Standorte bleiben unsicher. Für die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm kann Volkswagen nach eigenen Angaben ab den Jahren 2031 bis 2034 bislang keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleisten. Für die vier Werke sollen deshalb zusätzlich alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden.
Eine Werksschließung sei mit dem Beschluss allerdings nicht besiegelt, betonten die IG Metall und der Konzernbetriebsrat. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo, kein Werk sei aufgegeben worden. Nun müssten für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden.
Die Arbeitnehmervertretungen werteten die Entscheidung zunächst als Verhinderung einer weiteren Eskalation. Zugleich kritisierten sie den Kurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen. Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente sei vom Tisch, hieß es weiter.
Vorstandschef Oliver Blume bezeichnete die einstimmige Zustimmung als „starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns“. In den kommenden Jahren solle eine „dreistellige Milliardensumme“ investiert werden. Ziel sei es, Verantwortung für die Beschäftigten, Partner und Industriearbeitsplätze weltweit zu übernehmen.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der dem Aufsichtsrat angehört, sprach von wichtigen Signalen für die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig müssten langfristige Perspektiven für die einzelnen Standorte entwickelt werden.
Volkswagen plant europaweit zudem, Kapazitäten für rund 500.000 Fahrzeuge abzubauen. Nach Angaben von Finanzvorstand Arno Antlitz würde andernfalls dauerhaft ein Kostennachteil von etwa 1,5 Milliarden Euro pro Jahr entstehen. Besonders für das Werk in Hannover gibt es nach dem Auslaufen der aktuellen Produkte Anfang der 2030er-Jahre bislang keine wirtschaftliche Nachfolgeproduktion.
Darüber hinaus teilte Volkswagen mit, dass Erika Rasch zum 1. Oktober 2026 in den Konzernvorstand berufen werden soll. Sie übernimmt den Posten der Personalchefin und wechselt vom Autozulieferer Robert Bosch zum Wolfsburger Konzern.