Heute: September 8, 2026

Ismaik droht 1860 München mit Schadensersatzklage

Investor Hasan Ismaik kündigt rechtliche Schritte gegen den TSV 1860 München an. Der Mehrheitsgesellschafter wirft Verantwortlichen des Vereins vor, die Insolvenz der Lizenzfußball-Abteilung pflichtwidrig herbeigeführt zu haben. Eine Klage hat er nach eigenen Angaben bislang jedoch noch nicht eingereicht.

Das Insolvenzverfahren der Fußball-KGaA wurde am 1. September offiziell eröffnet. Ende Mai war 1860 München zwangsweise in die Regionalliga abgestiegen, nachdem für die Lizenz zur 3. Liga 2,3 Millionen Euro gefehlt hatten. Der Kooperationsvertrag mit Ismaik wurde gekündigt. Zudem gründete der Verein eine neue Fußball-Betriebsgesellschaft.

Die neu aufgestellte Mannschaft spielt seither in der Regionalliga und steht laut dem Bericht derzeit auf Platz sieben. Ismaik ist seit 2011 Mehrheitsgesellschafter von 1860 München und hat nach Angaben des Berichts mehr als 80 Millionen Euro in den Klub investiert.

Auf die Frage, ob er eine Schadensersatzklage plane, antwortete Ismaik: „Natürlich. Meiner Ansicht nach wurde die Insolvenz von den Verantwortlichen von 1860 pflichtwidrig herbeigeführt.“ Auch die Gründung der zweiten Gesellschaft und damit verbundene Entscheidungen betrachtet er als Teil eines sittenwidrigen Vorgehens.

Der Investor erhebt außerdem Vorwürfe gegen Mitglieder des Präsidiums, den Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Bergmaier und Geschäftsführer Manfred Paula. Auch Vereinschef Gernot Mang und dessen drei Vizepräsidenten nennt Ismaik. Sie seien aus seiner Sicht an den Maßnahmen beteiligt gewesen, die zur aktuellen Situation geführt hätten.

Ismaik spricht von möglichen Verstößen gegen das Gesellschaftsrecht und sieht zudem strafrechtliche Fragen. Seiner Einschätzung nach liege der Insolvenz ein vorsätzlich sittenwidriges Vorgehen zugrunde. Die Verantwortlichen müssten zivilrechtlich und strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden, erklärt der Investor.

Konkrete Schritte hat Ismaik bislang nicht eingeleitet. Er beobachte die Entwicklung und wolle keine voreiligen Maßnahmen ergreifen. Zugleich werde alles dokumentiert und genau verfolgt, teilte er mit. Die Entscheidung über mögliche Ansprüche liegt damit letztlich bei den zuständigen Gerichten.

Das Verhältnis zwischen Ismaik und dem Traditionsverein gilt seit Jahren als belastet. Bereits seit dem ersten Zwangsabstieg im Jahr 2016 habe es erhebliche Spannungen gegeben. Ismaik habe zudem über Jahre versucht, seine Anteile zu verkaufen, bislang jedoch ohne Erfolg.

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