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September 3, 2026
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Kritik an Ausladung von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival wächst

Die Ausladung der Band Alphaville vom Glücksgefühle-Festival sorgt für deutliche Kritik von Musikern und Politikern. Die Gruppe sollte am Freitag am Hockenheimring auftreten. Nach Angaben der Veranstalter konnte jedoch keine Einigung darüber erzielt werden, politische Äußerungen auf der Festivalbühne zu unterlassen.

Alphaville ist vor allem durch den Song „Forever Young“ bekannt. Nach Angaben des Bandmanagers ging es bei den politischen Aussagen um Positionen gegen Rechtsextremismus und für die Demokratie. Alphaville-Sänger Marian Gold machte die Absage in sozialen Netzwerken öffentlich und kritisierte die Entscheidung scharf.

Auch Campino, der Frontmann der Toten Hosen, äußerte sich bei einem Konzert in Münster zu dem Vorgang. Er bezeichnete es als fragwürdig und absurd, einen Musiker wegen Äußerungen gegen die AfD oder den früheren US-Präsidenten Donald Trump auszuladen. Damit sei aus seiner Sicht eine neue Grenze überschritten worden.

Mateo von Culcha Candela, deren Band am Samstag beim Festival auftreten soll, sprach von einem komplizierten Verhältnis zur Demokratie. Er kündigte an, dass Culcha Candela ihre Haltung zur AfD auch bei einem Auftritt auf der Festivalbühne äußern werde, sofern die Gruppe nicht ebenfalls ausgeladen werde.

Unterstützung für Alphaville kam zudem vom baden-württembergischen SPD-Co-Vorsitzenden Robin Mesarosch. In einem Instagram-Video sagte er, man könne nicht vollständig unpolitisch sein. Dabei verwies er auch auf den geplanten Auftritt des österreichischen Sängers Andreas Gabalier. Dessen Lieder seien ebenfalls politisch, wenn es etwa um Kameradschaft und eiserne Kreuze gehe.

Die Veranstalter erklärten auf Instagram, nach einem früheren Auftritt von Alphaville habe es Unmut unter einigen Besuchern gegeben. Mehrere Nachrichten hätten sie aufgefordert, dafür zu sorgen, dass sich die Künstler auf ihre Musik konzentrierten. Man wolle weder die politische Haltung von Marian Gold und Alphaville bewerten noch jemandem die persönliche Meinung absprechen. Es gehe ausschließlich um den Rahmen, den der Veranstalter für seine Bühnen setze.

Gold bezeichnete die Begründung als eine Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit. Das Festival dauert bis Sonntag. Organisiert wird es seit 2023 vom früheren Fußballnationalspieler Lukas Podolski und dem Veranstalter Markus Krampe.

Auf Fragen dazu, ob auch mit anderen Künstlern wegen politischer Äußerungen gesprochen worden sei, ob weitere Auftritte abgesagt würden oder ob Besucher ihre Tickets zurückgeben könnten, reagierten die Veranstalter zunächst nicht.

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