Heute: September 8, 2026

Brandsätze auf Baustelle in München: Zwei Verdächtige festgenommen

Auf eine Baustelle im Umfeld des Münchner Stammsitzes des Technologie- und Rüstungskonzerns Rohde & Schwarz sind in der Nacht mehrere Brandsätze geworfen worden. Zwei davon gingen im Bereich von Baucontainern in Flammen auf und wurden von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes gelöscht. Ein dritter Brandsatz zündete nicht und wurde von Spezialkräften des Bayerischen Landeskriminalamts unschädlich gemacht.

Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Berg am Laim. Ein Zeuge hatte gegen Mitternacht die Polizei alarmiert und berichtet, dass die Brandsätze aus einem Auto heraus geworfen worden seien. Die Einsatzkräfte sperrten den Bereich zunächst weiträumig ab und sicherten Spuren.

Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung nahmen Polizeibeamte an einer nahe gelegenen Tankstelle am Innsbrucker Ring zwei Tatverdächtige fest. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks handelt es sich um eine 28 Jahre alte Frau und einen 38 Jahre alten Mann. Beide sind bulgarische Staatsangehörige. Ob sie tatsächlich an dem Angriff beteiligt waren, war zunächst Gegenstand der Ermittlungen.

Das Unternehmen erklärte, sein Betriebsgelände selbst sei von dem Einsatz nicht betroffen gewesen. In der Nacht habe es im Umfeld des Münchner Standorts einen Polizei- und Feuerwehreinsatz gegeben. Zu weiteren Einzelheiten äußerte sich die Firma zunächst nicht.

Im Laufe des Donnerstags teilte die Polizei mit, dass der Angriff offenbar nicht Rohde & Schwarz gegolten habe. Die Täter hätten möglicherweise ein anderes Unternehmen in dem Komplex ins Visier genommen. Dort befinden sich auch weitere Firmen mit Bezug zur Rüstungsindustrie, darunter ein Hersteller von KI-gestützten Kampfdrohnen, die aus Deutschland an die Ukraine geliefert werden.

Das Motiv und die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Die Ermittler prüfen, in welchem Zusammenhang die beiden Festgenommenen mit dem Geschehen stehen. Auf dem Gelände am Stammsitz von Rohde & Schwarz ist ein neuer Büro- und Campuskomplex mit einem 65 Meter hohen Turm geplant. Dafür sollen ältere Bestandsgebäude ersetzt werden.

Der Münchner Vorfall ereignete sich kurz nach zwei weiteren Angriffen auf Teile der deutschen Stromversorgung. In Brandenburg wurden mehr als 20 selbst gebaute Raketen für einen Angriff auf ein Umspannwerk vorbereitet. Bei einem Umspannwerk nahe Bergheim bei Köln kam es ebenfalls zu einem Großeinsatz. Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht, ist bislang nicht bekannt.

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