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Kanaren verzeichnen 45 Ertrunkene seit Jahresbeginn

Auf den Kanarischen Inseln sind seit Januar 45 Menschen ertrunken, darunter sechs Kinder. Insgesamt wurden 156 Menschen bei Badeunfällen verletzt oder anderweitig in Gefahr gebracht. Die Zahlen veröffentlichte die Vereinigung „Canarias, 1500 km de Costa“, die seit Jahren vor den Gefahren an den Küsten des Archipels warnt.

Allein im August kamen demnach 27 Menschen zu Schaden. Sechs von ihnen starben. In den ersten sieben Monaten des Jahres lag die Zahl der Ertrunkenen laut der Vereinigung um ein Drittel über dem üblichen Wert.

Zuletzt ertrank im August ein 14-jähriger Teenager vor der Küste von Mogán auf Gran Canaria. Nach Teneriffa verzeichnete Fuerteventura erneut die meisten Todesfälle. 21 der insgesamt 45 Opfer waren baden gegangen, obwohl die Regierung der Kanaren wegen gefährlicher Bedingungen an der Küste eine Vorwarnung oder einen Alarm ausgerufen hatte.

Als eine wichtige Ursache gelten sogenannte Rippströmungen. Der Küstenforscher Torsten Schlurmann von der Leibniz Universität Hannover erklärt, dass sich diese Strömungen täglich verlagern können und für Laien oft nur schwer erkennbar sind. Die Wasseroberfläche könne dabei ruhig wirken, obwohl unter Wasser eine lebensgefährliche Strömung vorhanden sei.

Hinweise auf Rippströmungen können laut Schlurmann hellere oder durch Sand aufgewühlte Wasserbereiche sein. Von einem erhöhten Standort, etwa einer Düne, seien solche Stellen mit Aufmerksamkeit möglicherweise zu erkennen.

Wer von einer Rippströmung erfasst wird, sollte nach Einschätzung des Forschers nicht direkt gegen sie anschwimmen. Stattdessen gelte es, Ruhe zu bewahren, sich zunächst einige Meter hinausziehen zu lassen und anschließend seitlich aus der Strömung zu schwimmen.

Eine weitere Gefahr sind sogenannte Undertow-Strömungen, die insbesondere bei hohen Wellen auftreten. Sie sind an der Oberfläche kaum spürbar, können Badenden im Wasser jedoch die Beine wegziehen. Nach Angaben Schlurmanns können nachfolgende Wellen dann zur tödlichen Gefahr werden.

Die Deutschen bilden nach den Engländern die zweitgrößte Touristengruppe auf den Kanaren. Unter den Ertrunkenen stehen sie laut dem Bericht jedoch an erster Stelle. Schlurmann rät Urlaubern deshalb, ausschließlich in bewachten Strandabschnitten zu baden.

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