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September 2, 2026
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ICE-Tür öffnet sich bei 200 km/h: Bundespolizei sucht Verantwortlichen

Während der Fahrt eines ICE von München nach Dortmund hat sich am Montagabend in Unterfranken eine Waggontür geöffnet. Der Zug war gegen 19.32 Uhr mit rund 200 Kilometern pro Stunde unterwegs. Der Lokführer stoppte den ICE daraufhin sofort.

238 Reisende und acht Bahnmitarbeiter mussten anschließend mehr als fünf Stunden im Zug warten. Erst gegen 2.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben. Danach konnte der ICE zum nahe gelegenen Bahnhof Lohr am Main weiterfahren.

Eine technische Störung schloss die Deutsche Bahn nach dem Vorfall aus. Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei wurde offenbar die Notfallentriegelung der Tür betätigt. Diese Vorrichtung ist dafür vorgesehen, eine Tür auch während der Fahrt öffnen zu können. Im konkreten Fall habe jedoch keine Gefahr bestanden, die eine solche Entriegelung erforderlich gemacht hätte.

Die regulären Türknöpfe in den Farben Rot und Grün sind während der Fahrt gesperrt und müssen vom Lokführer freigegeben werden. Für Notfälle gibt es hinter einer Acrylglasscheibe einen separaten Knopf. Dieser soll nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, etwa einem Brand, verwendet werden.

Bei dem betroffenen ICE war die Acrylglasscheibe beschädigt. Dadurch war der Notfallknopf offenbar zugänglich und wurde gedrückt. Nach Angaben des Zugchefs Yannick Zachmann steht während der Fahrt normalerweise Luftdruck auf den Türen. Dieser verhindert, dass sie aufgeschoben werden. Wird die Notentriegelung ausgelöst, entweicht der Druck. Zusätzlich muss ein Hebel betätigt werden, damit sich die Tür mit Kraft öffnen lässt.

Ob der unbekannte Verursacher auch diesen Hebel bedient hat, ist bislang unklar. Bei einer Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde könnte der Luftstrom die Tür nach dem Drücken des Notfallknopfs möglicherweise selbst aufgeschoben haben.

Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts einer Straftat und sucht nach dem Verantwortlichen. Noch in der Nacht befragten die Einsatzkräfte zahlreiche Reisende. Von etwa 120 Passagieren aus dem hinteren Zugteil, in dem sich die betroffene Tür befand, wurden die Personalien aufgenommen.

Die Strecke wurde außerdem nach Personen und Gepäckstücken abgesucht. Dabei fanden die Einsatzkräfte nichts. Nach dem vorliegenden Bericht ist daher offenbar niemand verletzt worden. Die Deutsche Bahn wollte sich zu weiteren Einzelheiten mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht äußern.

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