Beim G20-Finanzministertreffen im US-amerikanischen Asheville sorgt der Ausschluss von Südafrika und mehreren Journalisten für Spannungen. Gleichzeitig nimmt der russische Finanzminister an der Konferenz teil. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil nutzte das Treffen nach Angaben des SPIEGEL, um Russland wegen des Krieges gegen die Ukraine direkt zu kritisieren.
Gastgeber der Konferenz ist der US-Finanzminister Scott Bessent. Südafrika, ein Gründungsmitglied der G20, wurde nach Angaben des SPIEGEL nicht eingeladen. US-Präsident Donald Trump wirft der Regierung in Pretoria vor, die weiße Bevölkerung zu diskriminieren und ausrotten zu wollen.
Auch mehrere Journalisten erhielten keinen Zugang zu dem Treffen. Betroffen waren unter anderem Reporter der „New York Times“ und des „Wall Street Journal“. Ein Journalist von Bloomberg, der sich an Bord des Flugzeugs mit Lars Klingbeil befand, sei ebenfalls am Eingang abgewiesen worden.
Klingbeil kritisierte den Ausschluss deutlich. Er sei ein überzeugter Verfechter einer freien und unabhängigen Presse. Journalisten und ganze Redaktionen hätten ein berechtigtes Interesse daran, offen und frei über das G20-Treffen zu berichten. Der Ausschluss sei nicht akzeptabel.
Der russische Finanzminister nahm dagegen an der Konferenz teil. Klingbeil erklärte, er habe ihn im Plenum direkt angesprochen und ihm gesagt, dass die russische Regierung den Krieg beenden müsse. Zudem habe er auf die Folgen des Krieges hingewiesen und die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine bekräftigt.
Für Klingbeil ist die Teilnahme des russischen Ministers auch deshalb schwierig, weil er sich eigentlich nicht mit ihm auf einem Gruppenfoto zeigen möchte. Zugleich wolle er deutlich machen, dass der Krieg gegen die Ukraine schnell beendet werden müsse.
Auf der Tagesordnung des Treffens stehen nach Angaben des SPIEGEL zahlreiche wirtschaftliche Krisenthemen. Dazu gehören die hohe Inflation, die Folgen künstlicher Intelligenz für Millionen Arbeitsplätze, eine starke Überschuldung sowie Unruhe an den Finanzmärkten.
Daneben werden die Kriege in der Ukraine und im Iran als Belastungen für die Weltwirtschaft genannt. Der Krieg im Iran verteuere Öl und belaste damit auch das Wachstum der deutschen Wirtschaft. Die steigende Inflation und die Unzufriedenheit der Bevölkerung könnten zudem politische Auswirkungen haben, unter anderem vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt.