Heute: September 8, 2026

Zentralrat erstattet Strafanzeige gegen AfD-Chef Chrupalla

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat Strafanzeige gegen den AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla erstattet. Er wirft ihm Volksverhetzung und Beleidigung vor. Anlass ist eine Äußerung Chrupallas bei einem Wahlkampfauftritt in Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die mit einem Strafantrag verbundene Anzeige ging bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg ein. Nach Angaben eines Sprechers wird jedoch damit gerechnet, dass das Verfahren an die zuständige Staatsanwaltschaft in Stralsund abgegeben wird.

Der Zentralrat erklärte in einer Mitteilung, Chrupalla habe Sinti und Roma verunglimpft. Der Verband zeigte sich demnach fassungslos, dass eine aus seiner Sicht gesichert rechtsextreme Partei im Wahlkampf gegen die Minderheit hetze. Chrupalla bestätige mit seinen Äußerungen das Weltbild seiner Partei, hieß es weiter.

Chrupalla wies den Vorwurf auf Anfrage zurück. „Mit meiner Aussage habe ich nicht die Volksgruppen der Sinti und Roma gemeint. Sollte ich jemandem zu nahe getreten sein, war das nicht meine Absicht“, sagte der AfD-Politiker.

Bei der Veranstaltung hatte sich Chrupalla zu zwei Pistolen geäußert, die in einem Wald bei Berlin gefunden worden waren. Die Waffen könnten möglicherweise für Attentate versteckt worden sein. In diesem Zusammenhang sprach Chrupalla von Propaganda und „Kriegsgetrommel“.

Nach Angaben des Artikels sagte er außerdem: „Da findet man zwei Waffen, zwei Pistolen die wahrscheinlich irgendwelche Zigeuner dort verloren haben, beim Pilzesuchen.“ Dafür habe er Applaus erhalten.

Im Zusammenhang mit dem Waffenfund ermittelt der Generalbundesanwalt gegen einen Tatverdächtigen. Im Raum stehen der Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Medien hatten über Hinweise berichtet, wonach die Waffen im Auftrag russischer Geheimdienste hinterlegt worden sein könnten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte Russland nicht erwähnt, eine Beteiligung „fremder Mächte“ aber nicht ausgeschlossen.

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