Italien steht in den kommenden Jahrzehnten vor einem deutlichen Bevölkerungsrückgang. Nach neuen Prognosen des Statistikamts Istat dürfte die Einwohnerzahl des Landes von 58,9 Millionen Anfang 2025 auf rund 55 Millionen im Jahr 2050 sinken. Bis 2080 wird ein weiterer Rückgang auf 45,8 Millionen erwartet.
Als wesentlichen Grund nennt Istat die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung. Es werden vergleichsweise wenige Kinder geboren, während die Zahl der Sterbefälle zunimmt. Zuwanderung könne den Rückgang zwar teilweise abfedern, ihn aber nicht vollständig ausgleichen.
Die Geburtenzahlen gehen in Italien bereits seit mehreren Jahren zurück. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Statistikamts 355.000 Geburten registriert – so wenige wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Im Durchschnitt bekam eine Frau damit 1,14 Kinder.
Italien gehört damit zu den europäischen Ländern mit den niedrigsten Geburtenraten. Nur in wenigen Staaten wie Spanien und Malta liegt die Rate noch niedriger. Zum Vergleich: In Deutschland lag sie 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei 1,32 Kindern pro Frau.
Istat erwartet, dass die jährliche Zahl der Geburten bis 2030 zunächst weitgehend stabil bleibt. Bis 2050 könnte sie jedoch auf 335.000 sinken. Für die Zahl der Todesfälle prognostiziert das Statistikamt einen anhaltenden Anstieg.
Der demografische Wandel dürfte Italiens Wirtschaft langfristig erheblich belasten. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte die Förderung der Geburtenrate zu einem politischen Ziel ihrer Regierung erklärt und eine sogenannte Geburtenministerin eingesetzt. Der Abwärtstrend bei den Geburten setzt sich der Prognose zufolge dennoch fort.
Die Angaben stammen aus den neuen Bevölkerungsprognosen des italienischen Statistikamts Istat. Der Bericht wurde von dpa aufgegriffen.