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EU sanktioniert russische Akteure wegen mutmaßlicher Cyberangriffe

Die Europäische Union hat wegen mutmaßlicher russischer Cyberangriffe neue Sanktionen verhängt. Betroffen sind neun Einzelpersonen sowie vier Einrichtungen und Organisationen. Deutschland, Frankreich und Finnland bestellten zudem jeweils den russischen Botschafter ein.

Die EU-Staaten machen den russischen Inlandsgeheimdienst FSB für zahlreiche digitale Angriffe verantwortlich. Nach einer von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas verbreiteten Erklärung soll insbesondere das 16. Zentrum des FSB ein Netzwerk aus staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren steuern. Dazu zählt demnach auch die Hackergruppe „Turla“.

In Deutschland habe eine Cybereinheit des FSB Angriffe gegen staatliche Stellen gerichtet, heißt es in der Erklärung weiter. Frankreich sei bereits seit 2010 Ziel von Cyberspionage gegen strategisch wichtige staatliche Einrichtungen. Im Jahr 2025 habe die betreffende FSB-Einheit zudem die französische Verteidigungsindustrie ins Visier genommen.

Auch Polen sei erst kürzlich von Sabotageakten gegen kritische Infrastruktur betroffen gewesen. Als Beispiele werden Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen genannt. Weitere russische Cyberattacken habe es nach Angaben der EU unter anderem gegen Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland gegeben.

Die EU-Sanktionen richten sich gegen Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Cyberkriminelle, Hacker sowie private Unternehmen. Ihnen wird vorgeworfen, zu russischen Bemühungen beizutragen, die EU, ihre Mitgliedstaaten und internationale Partner zu destabilisieren.

Auch Großbritannien verhängte Strafmaßnahmen gegen russische Akteure. Die britische Regierung setzte insgesamt 24 Personen und Organisationen auf ihre Sanktionsliste.

Konkrete Beispiele für die Deutschland zugerechneten Angriffe nannte das Auswärtige Amt auf Anfrage nicht. Zur Begründung verwies das Ministerium darauf, dass die Zuordnung auf Erkenntnissen von Geheimdiensten beruhe. In einer Erklärung auf der Onlineplattform X bezeichnete das Auswärtige Amt Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine als „inakzeptabel“ und kündigte eine entschlossene Antwort an.

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