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Air-France-Absturz vor Nizza: Justiz will Wrackteile nach 58 Jahren bergen

Fast 60 Jahre nach dem Absturz einer Air-France-Caravelle vor Nizza sollen wichtige Wrackteile aus dem Mittelmeer geborgen werden. Die französische Justiz will damit die weiterhin ungeklärte Ursache des Unglücks untersuchen.

Die Maschine war am 11. September 1968 auf dem Flug von Ajaccio nach Nizza vor der Côte d’Azur ins Meer gestürzt. Alle 95 Insassen kamen ums Leben.

Nach Untersuchungen und Anfragen bei Experten sei eine Bergung aus einer Tiefe von rund 2300 Metern sinnvoll und möglich, teilte die Staatsanwaltschaft von Nizza mit. Polizeitaucher hatten Ende vergangenen Jahres unter anderem das Heck und die beiden Triebwerke der Maschine auf dem Meeresgrund geortet.

Seit vielen Jahren gibt es in Frankreich den Verdacht, dass die Caravelle versehentlich vom Militär abgeschossen worden sein könnte. Anschließend soll der Vorgang möglicherweise vertuscht worden sein. Eine abschließende Klärung dieser Vermutung gibt es bislang nicht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen des Verdachts, dass Unterlagen unterschlagen und die Aufklärung behindert worden sein könnten. Zeugenaussagen sowie Dokumente von Marineschiffen, die damals an der Suche beteiligt waren, sollen verschwunden sein.

Bereits 2018 hatte die Justiz die Möglichkeit eines versehentlichen Raketenabschusses von einem Armeestützpunkt an der Côte d’Azur als besonders ernst zu nehmende Hypothese bezeichnet. Die Freigabe von Militärdokumenten brachte dazu jedoch keinen eindeutigen Aufschluss.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft deuteten 2024 mehrere schwerwiegende Indizien auf mögliche Versuche ziviler und/oder militärischer Behörden hin, die tatsächlichen Ursachen und Umstände des Absturzes zu verschleiern. Genannt wurden unter anderem Zeugenaussagen und materielle Beweise.

Vor dem Absturz hatte der Pilot einen Brand gemeldet. Eine Hypothese besagt, dass eine Rakete der Armee das linke Triebwerk getroffen haben könnte. Ob sich nach 58 Jahren unter Wasser noch entsprechende Hinweise an dem Triebwerk finden lassen, ist offen.

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