Heute: September 8, 2026

Königsdörffer sorgt mit Jubel gegen den HSV für Diskussionen

Ransford Königsdörffer hat beim 5:0-Sieg des 1. FSV Mainz 05 gegen den Hamburger SV in der Nachspielzeit für den Endstand gesorgt. Anschließend hielt sich der ehemalige HSV-Spieler lachend die Hände hinter die Ohren. Die Geste löste unter den Hamburger Fans und Verantwortlichen Diskussionen aus.

Königsdörffer war im Sommer ablösefrei von Hamburg nach Mainz gewechselt. Während seiner Zeit beim HSV hatte der 24-Jährige bei vielen Anhängern einen schweren Stand. In der vergangenen Saison galt er häufig als Sündenbock. Dabei hatte er mit 14 Treffern maßgeblichen Anteil an der Rückkehr des Vereins in die Bundesliga.

Bei seiner Einwechslung in der 68. Minute wurde Königsdörffer von den HSV-Fans ausgepfiffen. Nach seinem Tor reagierte er mit dem provokant wirkenden Jubel. Nach Angaben seines Mainzer Mitspielers Phillip Tietz hatte der Spieler zuvor schwierige Tage erlebt und Nachrichten erhalten, die deutlich über Kritik hinausgingen.

„Ich kann Ransy verstehen. Was er für Nachrichten bekommen hat, das ist unter der Gürtellinie“, sagte Tietz. Königsdörffer habe mit seiner Geste seiner Einschätzung nach nicht die Ultras oder die Vereinsführung gemeint, sondern die Personen, die ihm solche Hassnachrichten geschickt hätten. „Es war aus Frust den Leuten gewidmet, die ihm diese – es tut mir leid – Scheißnachrichten geschickt haben“, erklärte der Mainzer.

HSV-Kapitän Nicolai Remberg sprach nach dem Jubel mit Königsdörffer. Dabei habe er ihm deutlich gemacht, dass er die Geste vor den Hamburger Fans nicht korrekt finde. „Wenn einer vor unseren Fans so jubelt, dann muss ich da hingehen“, sagte Remberg. Zugleich betonte er, dass Königsdörffer in der Vergangenheit viel abbekommen habe und das Ausmaß der Beleidigungen von außen kaum zu erkennen gewesen sei.

Auch der frühere Mainz- und HSV-Torwart René Adler äußerte sich kritisch zu dem Jubel. Unter einem von DAZN veröffentlichten Video schrieb er, so etwas mache man nicht – unabhängig davon, was zuvor vorgefallen sei. Adler bezeichnete diese Haltung als möglicherweise „oldschool“ und verwies auf den Respekt, den er bei Spielen gegen frühere Vereine erlebt habe.

HSV-Trainer Merlin Polzin wollte die Szene dagegen nicht in den Mittelpunkt rücken. Nach einer solchen Leistung und dem deutlichen Ergebnis sei es aus seiner Sicht der falsche Ansatz, sich nun mit dem Jubel aufzuhalten. Er unterstellte Königsdörffer außerdem keine böse Absicht.

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