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Gedenkminute für Ratko Mladić sorgt beim Belgrader Derby für Empörung

Beim 180. Belgrader Derby zwischen Roter Stern und Partizan ist am Sonntag des früheren bosnisch-serbischen Armeechefs Ratko Mladić gedacht worden. Vor dem 2:1-Sieg von Roter Stern gab es eine Gedenkminute, die von Applaus begleitet wurde.

Die beiden Vereine zählen zu den größten Rivalen im internationalen Fußball. Während der Ehrung zeigten sich die verfeindeten Anhänger jedoch gemeinsam unterstützend. Vor und nach der Schweigeminute war laut dem vorliegenden Bericht lauter Applaus zu hören.

Die Ultras von Roter Stern, die „Delije“, präsentierten zudem ein großes Tifo mit dem Porträt Mladićs. Nach Angaben serbischer Medien beendete der Stadionsprecher die Ehrung mit den Worten: „Möge ihm ewige Herrlichkeit zuteilwerden.“ Roter Stern veröffentlichte anschließend ein Video der Gedenkminute auf seinen sozialen Kanälen.

Die Aktion löste insbesondere in Bosnien Empörung aus. Ein von Fans betriebener Account kritisierte auf X, dass Mladić trotz seiner Verantwortung für den Völkermord von Srebrenica im Stadion gefeiert werde und die UEFA bislang nichts unternehme.

Der europäische Fußballverband hat sich zu der Gedenkminute bisher nicht geäußert. Bereits knapp zwei Wochen zuvor hatten Roter-Stern-Anhänger beim Europa-League-Spiel gegen Viktoria Pilsen ein Banner mit der Aufschrift „General, ewige Ehre und Dankbarkeit“ gezeigt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur HINA leitete die UEFA daraufhin Ermittlungen gegen den Klub ein. Dabei geht es unter anderem um den Vorwurf rassistischen oder diskriminierenden Verhaltens, die Veröffentlichung einer für eine Sportveranstaltung ungeeigneten Botschaft und unangemessenes Verhalten. Roter Stern hatte selbst ein Foto des Banners in den sozialen Medien veröffentlicht.

Mladić war wegen zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 verurteilt worden. Dazu zählt das Massaker von Srebrenica, bei dem mehr als 8000 bosnische Muslime getötet wurden. Im Jahr 2017 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ende August starb Mladić im Alter von 84 Jahren im Gefängnis. Trotz seiner Verbrechen wird er in Teilen Serbiens und der Republika Srpska weiterhin verehrt.

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