Heute: September 8, 2026

Hertha BSC startet mit drei Siegen und setzt auf einen verjüngten Kader

Hertha BSC ist mit drei Siegen in die neue Zweitliga-Saison gestartet und steht derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz. Erstmals seit 2010 gelang dem Berliner Klub damit ein solcher Auftakt. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga im Jahr 2023 war Hertha an keinem Spieltag der vergangenen drei Spielzeiten so gut platziert.

Der starke Start kommt nach einem umfassenden Umbau des Kaders. Aus finanziellen Gründen verließen im Sommer 16 Profis den Verein. Dazu gehörten unter anderem Fabian Reese, Kennet Eichhorn, Michaël Cuisance, Marten Winkler und Torwart Tjark Ernst. Insgesamt verlor Hertha damit 56 Scorer-Punkte aus der vergangenen Saison, nahm aber fast 30 Millionen Euro ein.

Im Gegenzug verpflichtete der Klub lediglich vier Profis. Linksverteidiger Mads Pedersen kam fest vom FC Augsburg. Außerdem wurden Gustaf Nilsson vom FC Brügge, Farid Alfa-Ruprecht von Bayer Leverkusen und Oluwaseun Adewumi vom FC Burnley ausgeliehen. Bei den Leihgeschäften sinkt die Gebühr für Hertha am Saisonende, wenn die Spieler häufiger eingesetzt werden.

Zusätzlich rückten sieben Akteure aus dem eigenen Nachwuchs ins Profitraining auf. Der Kader wurde dadurch deutlich kleiner, jünger und günstiger. Sein Wert sank laut dem Bericht von 62,3 Millionen Euro in der Saison 2025/2026 auf 25,3 Millionen Euro. Im Ligavergleich bedeutet das Platz elf. Der Wolfsburger Kader wird dagegen mit 116,9 Millionen Euro bewertet.

Trainer Stefan Leitl hat die Spielweise an die veränderte Mannschaft angepasst. Hertha tritt offensiver auf, verteidigt höher und setzt stark auf Pressing. Die Berliner gewinnen laut dem Bericht 53 Prozent ihrer Zweikämpfe und sind damit das zweikampfstärkste Team der Liga. Mehr Ballbesitz und zusätzliche Torchancen sind die bisherige Folge.

Auch aus der Distanz ist Hertha gefährlicher geworden. Drei Weitschusstore bedeuten den Spitzenwert der Liga. Durch die Arbeit des neuen Co-Trainers Andreas Schumacher entwickelte sich die Mannschaft zudem bei Standardsituationen weiter. Nach drei Spieltagen hat Hertha zehn Tore erzielt – ein neuer Vereinsrekord in der Profifußball-Historie des Klubs.

Leitl erklärte zur neuen Ausrichtung: „Wir sind mutig, wir sind dominant.“ Seine Mannschaft zeigte diese Entwicklung zuletzt beim 5:3 in Braunschweig. Dabei drehte Hertha einen 0:2-Rückstand. Es war laut dem Bericht der erste Pflichtspielsieg des Vereins seit 26 Jahren nach einem Zwei-Tore-Rückstand.

Die Verantwortung verteilt sich inzwischen auf mehrere Spieler. Torwart Marius Gersbeck wehrte bislang 73 Prozent der Bälle ab und wurde im Pokalspiel beim 5:3 nach Elfmeterschießen gegen Saarbrücken zum entscheidenden Akteur. Niklas Kolbe, Julian Eitschberger, Kevin Sessa, Sebastian Grønning und Jón Dagur Thorsteinsson gehören ebenfalls zu den Leistungsträgern. Aus der U23 rückte zudem Soufian Gouram als neuer Spielmacher in den Mittelpunkt.

Auch Leihspieler Adewumi trug zum gelungenen Start bei. Der Flügelspieler erzielte zwei der drei Berliner Kontertore und stellte damit den ligaweiten Spitzenwert auf. Neuer Kapitän ist Josip Brekalo. Er sagte, die Mannschaft sei eng zusammengewachsen und habe sich vorgenommen, jedes Spiel wie ein Finale anzugehen.

Wie lange Hertha den zweiten Tabellenplatz halten kann, hängt nach Einschätzung des Berichts auch von der Verletzungssituation ab. Bisher gibt es nahezu keine Ausfälle. Eine medizinische Neuaufstellung mit einem neuen Arzt, neuen Geräten und einer veränderten Trainingssteuerung habe sich bislang ausgezahlt. Als Mutmacher dient der Blick zurück: Als Hertha zuletzt mit drei Siegen in eine Zweitliga-Saison startete, stieg der Klub am Ende als Meister auf.

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