Heute: September 8, 2026

Nach Vorwürfen gegen Teile der Rostocker Hooligan-Szene hat der FC Hansa Rostock Konsequenzen angekündigt. Mehreren Beteiligten drohen Vereinsausschlüsse sowie Haus- und Stadionverbote. Anlass sind Berichte über verabredete Auseinandersetzungen in England und ein Foto vor einer Hakenkreuz-Flagge.

Nach einer Recherche von „Exif“ sollen sich Ende Juli mehr als zehn Personen aus der Rostocker Szene in England zu Schlägereien mit Anhängern der Glasgow Rangers und von Olympique Lyon getroffen haben. Die Auseinandersetzungen sollen sich im Umfeld des Freundschaftsspiels beim FC Watford ereignet haben.

Auf Fotos sind mehrere mutmaßlich Beteiligte nach den Prügeleien gemeinsam zu sehen. Eine Aufnahme zeigt die Gruppe vor einer Hakenkreuz-Flagge. Laut der Recherche wurden sechs Personen namentlich genannt. Die Vorwürfe sind damit jedoch nicht abschließend geklärt.

Die Vereinsführung erklärte, sie habe erst am Freitagvormittag von den Vorwürfen und den Bildern erfahren. Anschließend kam es nach Vereinsangaben zu mehreren Krisensitzungen. Gegen mehrere Personen sollen nun Verfahren zum Vereinsausschluss eingeleitet werden. Zusätzlich kündigte Hansa Rostock Hausverbote und örtliche Stadionverbote an.

Vorstandschef Ronald Maul sagte der „Ostsee-Zeitung“, die auf den Bildern erkennbaren Personen seien dem Verein teilweise aus dem Umfeld bekannt. Unter den Abgebildeten sollen sich auch Menschen befinden, die regelmäßig Heimspiele im Ostseestadion besuchen.

Besonders betroffen zeigte sich der Klub nach eigenen Angaben darüber, dass einzelne der abgebildeten Personen offenbar auch bei Veranstaltungen im Vereinsumfeld eingesetzt wurden. Dazu soll unter anderem ein Kinderfest gehört haben. „Besonders erschütternd ist für uns, dass einzelne der im Bericht abgebildeten Personen auch bei Veranstaltungen im Vereinsumfeld, unter anderem bei unserem Kinderfest, dabei waren“, teilte Hansa mit.

Zum damaligen Zeitpunkt habe es nach Angaben des Vereins keine Hinweise auf ein entsprechendes Verhalten gegeben. Hansa kündigte an, auch diesen Aspekt umfassend aufzuarbeiten.

Der Aufsichtsrat stellte sich nach Vereinsangaben geschlossen hinter das Vorgehen des Vorstands. Der Klub informierte zudem den Deutschen Fußball-Bund, die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern, den Staatsschutz des Innenministeriums in Schwerin und die Bundespolizei.

Nun soll geprüft werden, ob auch bundesweite Stadionverbote ausgesprochen werden. Rund 7000 Hansa-Fans waren zum 60. Vereinsgeburtstag nach England gereist und hatten dort das Freundschaftsspiel beim FC Watford besucht. Die große Mehrheit feierte nach Angaben des Berichts friedlich. Die Vorwürfe gegen eine kleine Gruppe überschatten nun die Jubiläumsreise.

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