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September 3, 2026
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Russland kündigt Schließung des Goethe-Instituts an

Russland will die drei Standorte des Goethe-Instituts in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk schließen. Das kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow an. Betroffen ist damit eine der letzten noch in Russland tätigen deutschen Einrichtungen.

Nach Angaben Lawrows reagiert die russische Regierung damit auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Deutschland. Die Bundesregierung will den Vertrag mit dem Kultur- und Veranstaltungsort als Strafmaßnahme kündigen. Sie macht Russland für den Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich.

Das Goethe-Institut war 1992 in Moskau eröffnet worden und konnte trotz der deutlich verschlechterten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiterarbeiten. In den vergangenen Jahren hatte Moskau bereits zahlreiche ausländische Stiftungen und Organisationen als „unerwünscht“ eingestuft und ihnen die Tätigkeit im Land untersagt.

Die Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost, bezeichnete die Ankündigung als „Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen“. Die Schließung sei eine schlechte Nachricht für die Menschen in Russland. Das Institut habe die Gesellschaften in beiden Ländern über Kultur und Sprache miteinander verbunden.

Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul bedauerte die Entscheidung. Eine Fortsetzung der Arbeit des Goethe-Instituts wäre aus seiner Sicht wichtig gewesen, um die Beziehungen auf zivilgesellschaftlicher Ebene zu pflegen. Das Problem sei jedoch die russische Führung in der aktuellen Situation.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, bezeichnete das Goethe-Institut als eines der letzten „Pflänzchen des Austausches“. Er hätte sich gewünscht, dass der Kulturbereich nicht in die Auseinandersetzung hineingezogen werde.

Bereits 2023 hatte das russische Außenministerium eine deutliche Verringerung des Personals verlangt. Der kulturelle Austausch mit deutschen Künstlerinnen und Künstlern fand danach nur noch eingeschränkt und ausschließlich digital statt. Das Interesse an Deutschkursen blieb jedoch hoch: Rund 10.000 Menschen lernten nach Angaben des Instituts weiterhin Deutsch.

Das Goethe-Institut wurde 1951 gegründet und vermittelt weltweit die deutsche Sprache und Kultur. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eröffnete es zahlreiche Standorte in Osteuropa und den früheren Staaten des Ostblocks. In Russland war es trotz der Schwierigkeiten bis zur nun angekündigten Schließung aktiv.

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