Der US-Kartendienst MapQuest übernimmt die von Donald Trump angeordnete Umbenennung des Ontariosees nicht. Während Google und Apple das Gewässer inzwischen als „Amerikasee“ anzeigen, verwendet MapQuest weiterhin die Bezeichnung „Lake Ontario“.
Trump hatte den Ontariosee per Dekret umbenannt. An dem Gewässer liegt unter anderem die kanadische Millionenstadt Toronto. In Kanada wurde der Schritt laut dem vorliegenden Bericht vielfach verspottet.
Die Entscheidung brachte MapQuest kurzfristig große Aufmerksamkeit. Nach Angaben des Unternehmens luden innerhalb weniger Stunden 80.000 Menschen die App auf ihre Smartphones. Die Nutzung des Dienstes sei zudem um das 50-Fache gestiegen. Bei den App-Downloads lag MapQuest damit zeitweise vor Apple und Google.
Hinter der Haltung des Unternehmens steht unter anderem Michael Blend, der Chef der MapQuest-Muttergesellschaft System1. Blend unterstützte bei der Präsidentschaftswahl 2024 die damalige demokratische Kandidatin Kamala Harris mit 5000 Dollar. Außerdem spendete er 500 Dollar an die demokratische Spendenplattform ActBlue.
Auch MapQuest-Generaldirektor Doug Berger bezog öffentlich Stellung. In sozialen Medien erklärte er: „Wir werden den Namen nicht ändern!“ Eine weitere Formulierung des Unternehmens spielte mit dem Ausdruck „Big Beautiful Map“ auf frühere Beiträge Trumps bei Truth Social an. MapQuest begründete die Entscheidung damit, Namen zu verwenden, „die Menschen vertraut sind“.
Es ist nicht das erste Mal, dass MapQuest eine von Trump unterstützte geografische Umbenennung nicht übernimmt. Bereits bei der Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf of America“ blieb der Kartendienst beim bisherigen Namen. Zusätzlich stellte das Unternehmen ein satirisches Online-Tool bereit, mit dem Nutzer eigene Bezeichnungen für den Golf vorschlagen konnten.
MapQuest war in den 1990er-Jahren ein führender Anbieter digitaler Karten. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen für 1,1 Milliarden Dollar von AOL gekauft. Heute ist der Dienst deutlich kleiner als Google Maps, das laut dem Bericht rund zwei Milliarden monatliche Nutzer hat. Die Auseinandersetzung um den Namen des Ontariosees verschaffte MapQuest damit zumindest vorübergehend deutlich mehr Aufmerksamkeit.