Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag auf Frachtmaschinen am Leipziger Flughafen haben die Ermittler zwei mögliche Tatverdächtige identifiziert. Die Männer sollen Verbindungen nach Russland haben. Zuvor war dem Kreml eine Verantwortung für den Angriff zugeschrieben worden. Russland weist die Schuld zurück.
Die estnische EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete den Anschlag in Leipzig als „staatlich geförderten Terrorismus“. Zudem bestellte Moskau den Geschäftsträger der deutschen Botschaft ein.
Am selben Tag kam es zu zwei Vorfällen am deutschen Stromnetz. An einem Umspannwerk in Nordrhein-Westfalen wurde am Dienstagabend eine Störung festgestellt. In der Folge mussten zwei Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Wenige Stunden zuvor hatte es einen mutmaßlichen Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg gegeben.
In beiden Fällen ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf verfassungsfeindliche Sabotage. Weitere Angaben zu den Hintergründen der Vorfälle enthält die Zusammenstellung nicht.
Bundeslandwirtschaftsminister Rainer hat unterdessen eine „Krise nationalen Ausmaßes“ für die deutsche Landwirtschaft ausgerufen. Nach seiner Einschätzung ist jeder dritte Hof in Not. Die Regierung will mit Krediten helfen. Als ein Problem wird die jüngste Dürre genannt; zugleich sei die Ernte nicht überall schlecht ausgefallen.
In einem Duell der Spitzenkandidaten ging es außerdem um die politische Zukunft des Bundeslandes. CDU-Ministerpräsident Siegmund erklärte, er wolle nur mit einer stabilen Mehrheit regieren. Sein Herausforderer Schulze will dies verhindern. Dabei sprach er sich unter anderem für mehr Abschiebungen und niedrigere Spritpreise aus und äußerte sich besorgt über ausländische Ärzte, die kein Deutsch sprechen.
Drei ehemalige BSW-Abgeordnete haben eine eigene Partei gegründet. Dadurch schrumpft die BSW-Fraktion im Erfurter Landtag von 15 auf zwölf Mitglieder. Das erschwert die Arbeit der von CDU-Ministerpräsident Voigt geführten Koalition, die bereits über keine eigene Mehrheit verfügt.
Die Grünen kritisierten den Reformkurs der Bundesregierung als sozial ungerecht. Sie warfen der Koalition vor, bei Elterngeld, Unterhaltsvorschuss und Kindersofortzuschlag auf Kosten von Familien, Alleinerziehenden und Kindern zu sparen. Zur Finanzierung ihrer Forderungen verlangen sie höhere Steuern für Unternehmen und Erben.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 1,2 Prozent angehoben. Als Gründe werden starke Exporte und eine überraschende Robustheit trotz Ölpreisschock und Iran-Krieg genannt.
Die EU-Kommission genehmigte außerdem deutsche Förderpläne für neue Gaskraftwerke. Vorgesehen sind staatliche Hilfen von 35 Milliarden Euro. Finanziert werden soll die Förderung über eine neue Umlage, die ab 2031 von allen Stromnutzern getragen werden soll. Wie stark dadurch die Strompreise steigen, ist noch offen.
Weitere Themen des Tages waren ein von der Polizei als Amoklauf bezeichneter Angriff im schweizerischen Aarau, Ungarns Forderungen nach Milliarden an EU-Fördergeldern und der Tod der Schauspielerin Cordula Trantow.